Illustration: Ein Mann mittleren Alters tippt auf einem Notebook.

Digitale Gewalt

Digitale Gewalt geschieht überall dort, wo sich Menschen online treffen, austauschen und vernetzen. Sie reicht von Cybermobbing und Hatespeech über Cyberstalking bis zum Cybergrooming: der Kontaktaufnahme zu Kindern im Internet mit dem Ziel, sie sexuell zu missbrauchen. Oft geschieht digitale Gewalt eng vernetzt mit Angriffen in der physischen Welt.

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Worterklärung (Definition)

Was ist digitale Gewalt?

Ob in Chats, Foren, Messenger-Apps oder sozialen Netzwerken, per E-Mail oder SMS: Die meisten Menschen sind heute überall und rund um die Uhr per Smartphone, Tablet oder Notebook zu erreichen – und damit auch jederzeit angreifbar. Dies nutzen Täterinnen und Täter und verlegen ihre Aktivitäten auch in den digitalen Raum.

Digital = real!

Gerne unterscheiden Menschen die digitale Welt von der „realen“. Doch die Welt der Daten ist genauso real wie die analoge, physische Welt der Dinge. Wir treffen uns in der digitalen Welt, tauschen uns aus, gucken Filme, kaufen ein (und bekommen Produkte nach Hause geliefert): Das ist ein Teil unseres echten Lebens und völlig real. Genauso wie die Gewalt, die Menschen in der digitalen Welt erleben. Sie ist nicht körperlich. Doch sie tut weh und belastet die Betroffenen schwer.

Die Grenzen sind dabei oft fließend. Ein Stalker, der einen anderen Menschen mit „E-Mail-Terror“ verfolgt, schleicht ihm vielleicht auch im öffentlichen Raum hinterher. Jugendliche, die eine Mitschülerin oder einen Mitschüler auf dem Schulhof mobben, quälen sie oder ihn nach Schulschluss auch mit Online-Posts.

Ein Fachmann der Polizei untersucht eine Computer-Festplatte.

Ob per Computer, Notebook, Tablet oder Smartphone: Digitale Gewalt kann jeden Menschen mit Online-Zugang treffen. Hier untersucht ein Spezialist der Polizei eine Computerfestplatte nach verdächtigen Daten.

Beispiele für digitale Gewalt

  • Cybergrooming: Erwachsene nehmen im Web Kontakt zu Kindern auf und gewinnen ihr Vertrauen. Ihr Ziel: sexueller Missbrauch. (Mehr erfahren: zu unserer Themenseite Cybergrooming)
  • Cybermobbing: Einzelne Täter und Täterinnen oder Gruppen beleidigen, demütigen und bedrohen einen Menschen im Web – und vor möglichst großem Publikum. (Mehr erfahren: zu unserer Themenseite Cybermobbing)
  • Cyberstalking: Eine Täterin oder ein Täter verfolgt eine Person bis in die Privat- und Intimsphäre, rund um die Uhr und immer wieder. (Mehr erfahren: zu unserer Themenseite Cyberstalking)
  • Hatespeech, Hassposts, Hasskommentare: Beleidigungen, Herabsetzung und Drohungen gegen einzelne Menschen oder gegen Gruppen.
  • Identitätsdiebstahl: Jemand hackt sich in die Online-Konten eines anderen Menschen ein und verschickt unter seinem oder ihrem Namen Nachrichten, plündert das Konto oder bestellt massenhaft Produkte im Internet.
  • Sextortion: Die Täterin oder der Täter beschafft sich Nacktfotos oder intime Videos eines Menschen, um ihn oder sie zu erpressen.
  • Sexuelle Belästigung: Jemand verschickt anzügliche Chat-Nachrichten, obszöne Anmache und/oder „Dick-Pics“ (Penisfotos).
Zahlen & Fakten

Was Sie über digitale Gewalt erfahren sollten

Wussten Sie schon ...
Ein Chat auf einem Handybildschirm mit beleidigenden Posts.

Jemand schickt Ihnen beleidigende, obszöne oder bedrohliche Mails oder Posts? Drucken Sie die Mails oder Screenshots aus. Dann haben Sie Beweismittel, falls Sie Anzeige erstatten wollen.

Trends

Dick-Pics: wenn Penisfotos im Postfach landen

Pling, eine E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht kommt an, man/frau öffnet sie – und hat eine Nahaufnahme von einem Penis vor Augen: Dick-Pics nennt man diese Penisfotos. Eine Umfrage in Großbritannien ergab: Fast jede zweite Frau zwischen 18 und 36 Jahren hat bereits Dick-Pics erhalten, die meisten ohne ihre Zustimmung (Quelle: YouGov-Umfrage zu Dick-Pics 2017).

Sie haben selbst schon Dick-Pics verschickt?

Dann sollten Sie wissen: Ungebeten Dick-Pics an andere zu verschicken, ist keine Flirt-Taktik, sondern digitale Gewalt.

  • Wer Dick-Pics ungefragt bekommt, zum Beispiel vom Ex, vom Kollegen, vom Sportkumpel oder von einem Unbekannten, fühlt sich meist massiv belästigt und/oder bedroht.
  • Wer Dick-Pics ungebeten verschickt, begeht eine Straftat! (§ 184 StGB, Verbreitung pornografischer Schriften)
Tiefer einsteigen: Themenseiten

Cybermobbing, Hatespeech, Sextortion: Was ist das? Cyberstalking: Wer steckt dahinter? Wie können wir unser Kind vor Cybergrooming schützen? Hier erfahren Sie mehr: