3-D-Illustration des Corona-Virus.

Corona und Gewalt (FAQs)

Die Corona-Pandemie stellt die ganze Welt vor völlig neue Herausforderungen. Viele Menschen haben Sorgen und Fragen. Hier beantworten wir häufige Fragen zum Thema Corona und Gewalt. Wenn Sie eine Frage anklicken, öffnet sich darunter ein Fenster mit der Antwort.

HILFE. JETZT. SOFORT.
  • 110
    Polizei-Notruf
    Sie oder andere sind in Gefahr? Wählen Sie den Polizei-Notruf oder wenden Sie sich an eine Polizei-Dienststelle in Ihrer Nähe.
  • Zum Hilfe-Finder
    Sie suchen Beratung und/oder Hilfe zu einem anderen Thema? Hier können Sie gezielt nach Ihrem Thema filtern.
Allgemeine Fragen

Häusliche Gewalt während der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf viele Bereiche unseres Alltags aus. Klar, dass es viele Fragen gibt, auch dann, wenn Sie selbst nicht direkt von Corona betroffen sind. Viel diskutiert ist auch weiterhin das Thema „Corona und Gewalt“.

Die Auswirkungen der Pandemie und die notwendigen Kontaktbeschränkungen können zu einer Zunahme von familiären Belastungen und Konflikten führen.

Es kriselt zu Hause? Handeln Sie frühzeitig: In Bayern gibt es flächendeckend Anlaufstellen für Familien, zum Beispiel Erziehungs- sowie Ehe- und Familienberatungsstellen. Sie helfen Ihnen, Konflikte rechtzeitig zu entschärfen.

Häusliche Gewalt hat oft eine lange Vorgeschichte. Und Betroffene leiden noch lange darunter, auch wenn die Gewalt irgendwann endet. Für Opfer häuslicher Gewalt gibt es spezielle Angebote: Dazu gehören zum Beispiel

  • Beratungsstellen und Notrufe speziell für Opfer häuslicher Gewalt und
  • Frauenhäuser, in denen Frauen und ihre Kinder besonderen Schutz und Hilfe erhalten.

Hier finden Sie Links zu Beratungs- und Hilfeangeboten bei (drohender) häuslicher Gewalt.

Unser Tipp: Werden Sie aktiv, beugen Sie Stress und Gewalt zu Hause vor! Hier finden Sie Infos und Links: Gewalt vorbeugen.

 

Viele Menschen stehen zurzeit unter hohem Druck, zum Beispiel

  • aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus,
  • aus Sorge um ihren Arbeitsplatz,
  • aus finanzieller Not,
  • wegen der häuslichen Enge im Falle von Quarantäne und/oder
  • weil Kita- oder Schulschließungen in Hotspots den Familienalltag belasten.

Wenn häusliche Gewalt schon länger ein Thema war, kann sich die Lage in dieser Stresssituation noch zuspitzen. Und auch in bislang unbelasteten Familien können Konflikte unter Umständen eher in Gewalt ausarten. Hier finden Sie Infos, wie Sie Gewalt vorbeugen können!

 

Es gibt Erklärungen für Gewalt. Aber keine Entschuldigung. Sie müssen Gewalt auf keinen Fall hinnehmen. Suchen Sie Beratung, Hilfe und Schutz. Hier finden Sie Anlaufstellen für Frauen, Anlaufstellen für Männer und Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche.

Fragen zu konkreten Notlagen

Hilfe bei seelischen Krisen und Gewalt

In Ihrer Beziehung oder Familie ist die Stimmung angespannt? Sie fühlen sich gefangen zwischen Ängsten und Pflichten, zwischen Langeweile und Stress? Nicht jede Belastung und nicht jede Auseinandersetzung führen zur Gewalt. Zum Glück sind viele Partnerschaften und Familien so robust, dass sie die Krisenzeit gut überstehen (und vielleicht sogar noch stärker werden). Doch in Krisenzeiten münden Konflikte öfter in Gewalt. Dann ist schnelles Handeln wichtig. Hier finden Sie erste Fragen und Antworten zu konkreten Belastungs- und Notsituationen.

Angebote für Erwachsene

Wenn Sie sich verunsichert und instabil fühlen, können Sie sich an die Krisentelefone der Trauma-Hilfe-Zentren (THZ) wenden:

Südbayern

  • Krisentelefon des THZ München: 089 413 279 523
  • Beratungstermine und weitere Infos: zum THZ München

Nordbayern

  • Notfall-Telefon des THZ Nürnberg: 0911 990 090 99
  • Beratungstermine und weitere Infos: zum THZ Nürnberg

Speziell für traumatisierte Menschen hat das THZ Nürnberg ein Infoblatt mit praktischen Anregungen entwickelt. Wir finden: Die Tipps können allen helfen, sich zu stärken und die Krisenzeit gut zu überstehen.

Infoblatt „Umgang mit der Corona-Pandemie“ (PDF) herunterladen

Corona-Krisenberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern

  • Die Corona-Krisenberatung der AETAS Kinderstiftung unterstützt Kinder, Jugendliche, ihre Eltern, weitere Bezugspersonen und Fachkräfte.
  • Du erreichst das Beratungsteam telefonisch unter 089 997 409 020. Oder du schreibst eine E-Mail ans AETAS-Beratungsteam.
  • Oder: Schau dich auf der Website der AETAS Kinderstiftung um, dort findest du viele Tipps und Infos zu Corona (in mehreren Sprachen).

 

Hier finden Sie Beratung und Hilfe bei häuslicher Gewalt. Wenn Sie akut bedroht sind, wählen Sie den Notruf: 110

Die Beratungsstellen bemühen sich nach Kräften, weiterhin alle Anfragen zu beantworten. Beratungsgespräche finden öfter telefonisch oder online statt, auch aus dem Homeoffice. Rechnen Sie damit, dass Sie nicht sofort eine Beraterin oder einen Berater erreichen. Meist können Sie eine Nachricht hinterlassen, zum Beispiel auf dem Anrufbeantworter.

Möchten Sie zurückgerufen werden? Oder wollen Sie lieber unauffälligen Kontakt, zum Beispiel per E-Mail, WhatsApp oder SMS? Geben Sie Ihre bevorzugten Kontaktdaten an.

Die Corona-Pandemie stellt die Einrichtungen täglich vor neue Herausforderungen. Möglicherweise können deshalb nicht alle Angebote durchgehend in vollem Umfang aufrechterhalten werden. Zum Beispiel dann, wenn mehrere Beratungskräfte gleichzeitig erkranken.  Unser Tipp: Wenn Sie bei einer Anlaufstelle vor Ort niemanden erreichen, wenden Sie sich an die überregionalen Hotlines:

  • Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016
  • Hotline „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche: 116 111
  • ISKA-Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer (für Nordbayern): 0911 272 998 20
  • VIA Beratung gewaltbetroffener Männer (für Südbayern): 0821 450 339 20
  • Bayernweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Männer“: 0800 123 99 00
  • Bayernweite Beratungs-Hotline für schwule, bisexuelle, queere und trans* Männer: 089 856 346 427

Sie sind in akuter Gefahr? Oder eine andere Person?

Dann rufen Sie den Polizei-Notruf unter 110 an. Die Polizei ist für Einsätze bei häuslicher Gewalt geschult und sorgt für den Schutz der Opfer.

Eine wichtige Bitte!

Wenden Sie sich nur bei Problemen mit Gewalt an die Beratungsstellen und den Notruf. Medizinische oder rechtliche Fragen zu Corona können die Beratungskräfte und die Polizei nicht beantworten. Wer ohne ernsthaften Grund anruft, blockiert die Leitungen – auf Kosten von Menschen, die dringend Rat und Hilfe brauchen.

Das kommt darauf an. In Einrichtungen, in denen die betroffenen Frauen bzw. Männer sich zum Beispiel Bäder, Küche und Aufenthaltsräume teilen, wäre eine Aufnahme problematisch. Einige Einrichtungen haben Apartments oder dezentrale Wohnungen. Dort ist eine Aufnahme unter Umständen möglich. Geklärt wird dies in jedem Einzelfall.

Der Freistaat steht mit den Dachverbänden des Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen, mit der landesweiten Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt und mit den Kommunalen Spitzenverbänden im Austausch, um die Kommunen dabei zu unterstützen, wegen der Corona-Pandemie gegebenenfalls notwendige zusätzliche Schutzplätze zur Verfügung zu stellen. Die regionale Ebene weiß am besten, welche Immobilien vor Ort vorhanden und auch geeignet sind als zusätzliche Unterkunftsmöglichkeiten.

Die Regel ist sowieso: Wer Gewalt ausübt, muss die Wohnung verlassen!

Sie sind akut durch häusliche Gewalt bedroht? Nutzen Sie auch die rechtlichen Möglichkeiten, den Täter oder die Täterin zur Verantwortung zu ziehen. Das Bayerische Polizeiaufgabengesetz und das Gewaltschutzgesetz sehen unter anderem einen Platzverweis und ein Kontaktverbot bis hin zur alleinigen Überlassung der gemeinsam genutzten Wohnung vor. Nach dem Gewaltschutzgesetz kann der Täter oder die Täterin sogar dann (bis zu sechs Monate) aus der gemeinsam genutzten Wohnung verwiesen werden, wenn ihm oder ihr die Wohnung gehört. Die Polizei hilft ihm oder ihr, einen Aufenthaltsort zu finden. So können Sie selbst in Ruhe und gemeinsam mit Beratungsstellen eine Lösung finden.

Durch die Corona-Pandemie kann es häufiger als bislang zu häuslicher Gewalt kommen. Der Freistaat unterstützt im Austausch mit den Dachverbänden des Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen, der landesweiten Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt und den Kommunalen Spitzenverbänden die Kommunen dabei, gegebenenfalls notwendige zusätzliche Schutzplätze zur Verfügung zu stellen. Die regionale Ebene weiß am besten, welche Immobilien vor Ort vorhanden und geeignet sind.

Als Gewaltopfer können Sie sich immer an ein Frauenhaus in Ihrer Nähe wenden, um sich beraten zu lassen. Wenn Sie akut bedroht sind, rufen Sie die Polizei unter 110. Die Polizei kommt zu Ihnen und macht sich ein Bild von der Lage. Sie können auf keinen Fall länger mit dem Gewalttäter oder der Gewalttäterin in einer Wohnung leben? Dann kann die Polizei ihn oder sie der Wohnung verweisen. Wenn Sie unterschreiben, dass Sie einverstanden sind, stellt die Polizei den Kontakt zu einer Beratungsstelle her. Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und vertraulich. In den Beratungsstellen können Sie sich auch zu einer längerfristigen Verweisung des Täters oder der Täterin nach dem Gewaltschutzgesetz beraten lassen. Außerdem können Sie sich auch ans bundesweite Hilfetelefon wenden, jeden Tag, rund um die Uhr: 08000 116 016

An die Beratungs- und Hilfestellen können sich nicht nur die Opfer von Gewalt wenden. Auch die Familie, der Freundeskreis, Nachbarinnen und Nachbarn können Rat suchen. Hier finden Sie Beratungs- und Hilfeangebote.

Ja. 20 Prozent der Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt sind Männer. Auch hier gilt für das Umfeld, zum Beispiel Angehörige, Freundinnen oder Freunde und die Nachbarschaft: Hören Sie hin. Bieten Sie Unterstützung an. Unser Tipp: Auch als Außenstehende können Sie sich an Beratungsstellen wenden!

Fragen zur Vorbeugung (Prävention)

Gewalt vorbeugen (auch) während der Corona-Pandemie

Wie kommen wir als Paar gut durch die Corona-Krise? Wie übersteht unsere Wohngemeinschaft mehrere Wochen in Quarantäne? Was verbindet uns als Familie, was gibt uns Ruhe und Kraft? Und gibt es Anlaufstellen, die uns helfen, Gewalt vorzubeugen? Ein Klick auf „Ihre“ Frage bringt Sie zur Antwort.

Sie merken, dass in Ihrer Partnerschaft oder in der Familie die Anspannung steigt? Es gibt viele Methoden, die helfen, sich zu entspannen. Probieren Sie aus, was Ihnen jetzt hilft und wohltut. Hier finden Sie Tipps, wie Sie allein oder gemeinsam Druck abbauen können.

Gewalt vorbeugen: Das ist eine wichtige Aufgabe der Ehe-, Familien- und Erziehungsberatung. Wenden Sie sich frühzeitig an eine Beratungsstelle, wenn es Probleme in der Beziehung oder Familie gibt: gerade zurzeit, wenn das Miteinander schwieriger ist als sonst. Hier finden Sie Infos und Links zu Beratungsstellen in Bayern.

Mehr erfahren

Beratungsstellen, Notrufe, Schutzräume:
alle Infos und Links zur Hilfe bei Gewalt.

Gewalt bei Nachbarn oder im Freundeskreis? Hier erfahren Sie, was Außenstehende tun können.