Illustration: Ein Mädchen wird von drei weiteren am Rock und an den Haaren gezogen.

Mobbing

Mobbing bedeutet: Eine einzelne Person oder (meistens) eine Gruppe misshandelt einen Menschen seelisch (und manchmal auch körperlich). Und zwar mit System und über eine längere Zeit hinweg. Die Angst vor der nächsten Attacke ist für das Opfer oft genauso quälend wie der Angriff selbst. Mobbing ist ein ernst zu nehmendes Problem – in der Arbeitswelt, im Berufsalltag und auch in der Schule.

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Worterklärung (Definition)

Was ist Mobbing?

Mobbing stammt vom englischen Wort „to mob“ und bedeutet: jemanden belästigen, anpöbeln und schikanieren oder über jemanden herfallen. Das Hauptwort „Mob“ ist im Deutschen wie im Englischen eine Bezeichnung für eine oft gewalttätige Gruppe. Typisch Mobbing: Es sind fast immer mehrere Täterinnen und Täter, die einen Menschen mobben.

Mobbing und Bullying

Während sich im Deutschen der Begriff „Mobbing“ für Angriffe durch eine Gruppe (= einen „Mob“) eingebürgert hat, verwendet man im Englischen eher „Bullying“. Beide Begriffe haben dieselbe Bedeutung.

Was geschieht beim Mobbing? Ein Beispiel:

Herr M. wird am Arbeitsplatz gemobbt. Einige Kollegen tauschen spöttische Blicke aus, sobald er auftaucht. Sie flüstern weithin hörbar über ihn und seine angebliche Unfähigkeit. Sein Werkzeug verschwindet dauernd und taucht an peinlichen Orten wieder auf, in der Damen-Umkleide oder in der Toilette. Will Herr M. zur Kantine gehen, versperren die Kollegen breitschultrig die Tür. Manchmal bekommt er dabei auch ein paar Rempler ab. In der WhatsApp-Gruppe der Abteilung posten die Kollegen unvorteilhafte Fotos von Herrn M. Sie werden mit vielen hämischen Emojis belohnt. Schließlich spricht Herr M. den Anführer der Mobber an. Der guckt ihn übertrieben verständnislos an, schüttelt scheinbar mitleidig den Kopf und lässt ihn stehen.

Das (erfundene) Beispiel zeigt: Mobbing geschieht mit Blicken und Worten, manchmal auch mit Körpereinsatz. Auch Schweigen und Ignorieren kann eine Waffe sein. Mobbing geschieht von Mensch zu Mensch – oder auch online. Immer geht es beim Mobbing um Macht. Die Täterinnen und Täter wollen ihrem Opfer zeigen, dass sie ihm überlegen sind.

Wo wird gemobbt?

Überall dort, wo Menschen regelmäßig und in Gruppen zusammenkommen, zum Beispiel

  • am Arbeitsplatz
  • in der Schule, im Hort oder im Ferienlager
  • in der Familie und im Freundeskreis
  • im (Sport-)Verein
  • in der Nachbarschaft

Auch im Internet wird gemobbt. Mehr erfahren: zur Themenseite Cybermobbing.

Ein Jugendlicher wird von einer Gruppe Gleichaltriger bedroht.

Mobbende Gruppen lauern ihren Opfern auf, verspotten und/oder bedrohen sie, machen ihnen Angst – immer und immer wieder.

Typisch Mobbing
Beispiele

Mobbing am Arbeitsplatz

Beim Mobbing am Arbeitsplatz unterscheidet man verschiedene Formen:

  • Beim Bossing mobben Vorgesetzte (boss = englisch: Chefin oder Chef).
  • Beim Staffing mobben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (staff = englisch: Belegschaft).
  • Manchmal mobben auch Chefin oder Chef und Beschäftigte gemeinsam.

Mobbing oder nicht? Drei Beispiele

In der Bilder-Story finden Sie drei kurze Szenen aus dem Arbeitsleben (hier im Büro, doch sie könnten so ähnlich auch an jedem anderen Arbeitsplatz spielen). Was meinen Sie: Handelt es sich um Mobbing? Die Auflösung finden Sie im letzten Bild.

Mobbing in der Schule

Mobbing ist an jeder Schule, in jeder Klasse bzw. in jeder Gruppe möglich. Es findet nicht zwischen einzelnen Personen statt, sondern stellt ein Gruppenphänomen dar. Darunter leidet mit zunehmender Dauer auch das Klima in der Gruppe, der Klasse oder der gesamten Schule.

Grundsätzlich kann Mobbing jede und jeden treffen. Ob es in einer Klasse zu Mobbing kommt, hängt von der Zusammensetzung der Klasse, von den dort geltenden Normen und vom Verhalten der Lehrkräfte ab (Quelle: Schäfer, M. & Herpell, G. (2012). Du Opfer! Wenn Kinder Kinder fertigmachen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt).

Gerade unter Kindern und Jugendlichen nimmt das Cybermobbing stark zu: Die Opfer werden zum Beispiel in Social-Media-Kanälen oder Chatgruppen absichtlich beleidigt, bloßgestellt oder bedroht. Mehr erfahren: zur Themenseite Cybermobbing.

Betroffene empfinden Cybermobbing als besonders belastend, weil

  • sie oft nicht einmal wissen, wer hinter der Attacke steckt und
  • Mobbing-Inhalte im Internet unbegrenzt viele Menschen erreichen können und nicht zu tilgen sind.

Für Eltern, Angehörige und Lehrkräfte: Wie erkenne ich Mobbing?

Mobbing kann für Betroffene weitreichende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, Anzeichen möglichst frühzeitig zu erkennen. Folgende Signale können Anzeichen dafür sein, dass Kinder oder Jugendliche gemobbt werden:

Ihr Kind bzw. eine Schülerin oder ein Schüler in Ihrer Klasse

  • wirkt unsicher, ängstlich und/oder verstört.
  • hat Verletzungen (zum Beispiel blaue Flecken, Kratzer oder Schnitte), die es nicht erklären will.
  • wird immer wieder von anderen hämisch verspottet, bloßgestellt, eingeschüchtert und/oder bedroht.
  • „verliert“ immer wieder Schulsachen oder Kleidungsstücke. Manchmal tauchen sie beschädigt wieder auf.
  • ist meist allein und wirkt ausgeschlossen.
  • sucht eher die Nähe zu Lehrkräften oder anderen Erwachsenen.
  • liefert immer schlechtere Leistungen.
  • will nicht mehr in die Schule gehen.

Mobbing in der Schule: Was tun?

Kinder/Jugendliche berichten selbst von Mobbing-Vorfällen? Nehmen Sie die Berichte immer ernst!

Sie erkennen Anzeichen von Mobbing? Sprechen Sie das Kind, die oder den Jugendlichen bzw. Jugendliche unter vier Augen an. Fragen Sie einfühlsam nach, machen Sie keinen Druck. Vermitteln Sie: Ich bin auf deiner Seite!

Mobbingverdacht? Informieren Sie als Erstes die Klassenlehrkraft. Hilfreich kann dabei eine Dokumentation der Vorfälle sein. In einem Mobbing-Tagebuch können die wichtigsten Vorfälle (Zeit, Ort, Geschehen, Beteiligte) festgehalten werden. Auch mit Screenshots (= Bildschirmfotos, zum Beispiel von beleidigenden Posts, bloßstellenden Fotos usw.) können Sie Cybermobbing dokumentieren.

Suchen Sie als Eltern bei Verdacht auf Mobbing den Kontakt zur Schule bzw. beziehen Sie als Lehrkraft die Eltern mit ein. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist unabdingbar.

Links zu Info- und Beratungsangeboten finden Sie in der HILFE-Box!

Du wirst gemobbt? Hier findest du Hilfe

Andere lachen dich dauernd aus, bedrohen dich, lassen dich beim Sport und beim Spielen nicht mitmachen, nehmen dir Geld oder Sachen weg? Alleine da rauszukommen ist schwer. Warte nicht länger, suche dir Hilfe: Wende dich an einen Erwachsenen, dem du vertraust: deine Eltern, eine Lehrkraft oder die Schulpsychologin bzw. den Schulpsychologen.

Zusätzlich gibt es in allen bayerischen Bezirken eine Staatliche Schulberatungsstelle. Sie informiert und berät, wenn es Fragen rund um die Schule oder konkrete Probleme gibt – auch bei Mobbing. An die Beratungsstellen können sich alle wenden: Kinder und Jugendliche, Eltern, Angehörige und Lehrkräfte. Schulberatung in Bayern: Infos und Adressen.

Folgen

Was macht Mobbing mit Menschen?

Mobbing stresst und macht Angst. Oft werden Mobbingopfer krank, leiden zum Beispiel an Kopfschmerzen, können nicht schlafen, entwickeln eine Depression oder Essstörung. Manche versuchen sogar, sich das Leben zu nehmen. Gerade Menschen, die als Kinder oder Jugendliche gemobbt wurden, tragen die Folgen der seelischen Misshandlung oft ein Leben lang mit sich herum.

Was kann ich tun?

Hinschauen und handeln!

Eine Besonderheit beim Mobbing ist: Es geschieht nicht im Verborgenen. Die Täterinnen und Täter suchen das Publikum, den Applaus oder auch nur die schweigende Zustimmung.  Wenn Sie Zeugin oder Zeuge von Mobbing werden, zum Beispiel am Arbeitsplatz: Schauen Sie nicht weg. Machen Sie klar, dass Sie das Verhalten verurteilen.

Online-Fortbildung und Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte

  • Seelische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Zu diesem Thema bietet die Fortbildungs-Akademie im Netz eine tutoriell unterstützte Online-Fortbildung. Inhalte sind unter anderem entwicklungspsychologische Grundlagen, Risikofaktoren und Symptome seelischer Gewalt sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis. Die Fortbildungs-Akademie im Netz ist ein Angebot des Bayerischen Sozialministeriums.
    Zur Online-Fortbildung „Seelische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“
  • „Gewalt gegen Kinder erkennen und handeln“: Dieser Leitfaden des Bayerischen Sozialministeriums unterstützt Ärztinnen und Ärzte mit Hintergrundinfos, Fallbeispielen sowie Empfehlungen aus der Praxis und für die Praxis, von der Untersuchung und Befunderhebung bis zum Fallmanagement.
    Zum Leitfaden „Gewalt gegen Kinder erkennen und handeln“
Hier finden Sie Hilfe
MOBBING: BERATUNG & HILFE
    • Du wirst von anderen gemobbt? Du erlebst, dass jemand gemobbt wird? Sie suchen als Eltern, Lehr- oder Fachkräfte Unterstützung? Hier gibt es Infos und Anlaufstellen:

    • Beratung für Kinder und Jugendliche

      Du wurdest oder wirst gemobbt? Oder jemand aus deiner Klasse oder deinem Freundeskreis? In Bayerns Erziehungsberatungsstellen und Jugendämtern findest du Fachleute, die sich auskennen, dir zuhören und dich unterstützen! Hier findest du Adressen in deiner Nähe.

    • Mobbing in der Schule: Infos für Familien

      Kinder, Jugendliche und Eltern finden Infos, Antworten auf wichtige Fragen (FAQs) und Links zu Unterstützungsangeboten auf der Website des Bayerischen Unterrichtsministeriums.

    • Mobbing in der Schule: Infos für Lehrkräfte

      Von der Prävention bis zur Intervention: Das Bayerische Unterrichtsministerium hat Unterstützungsangebote für Schulen und Lehrkräfte zusammengestellt.

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