Illustration: Ein Mensch sitzt in bedrückter Haltung neben einem aufgeklappten Notebook.

Cybermobbing

Mobbing gibt es vermutlich schon, seit Menschen in sozialen Gruppen leben. Durch das Internet hat das Mobbing eine ganz neue Dimension erhalten. Lügen, Hetze und intime oder peinliche Aufnahmen verbreiten sich rasend schnell im gesamten Web. Die Täterinnen und Täter sind durch die Anonymität des Webs geschützt. Ihre Opfer werden dagegen dauerhaft öffentlich bloßgestellt. Was kann jede und jeder Einzelne gegen Cybermobbing tun? Auch das erfahren Sie hier.

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Worterklärung (Definition)

Was ist Cybermobbing?

Vom Mobbing ...

Mobbing bedeutet: Eine oder (meist) mehrere Personen belästigen, bedrängen und quälen einen anderen Menschen. Mobberinnen und Mobber schlagen planvoll und immer wieder zu; so versetzen sie ihre Opfer in ständige Angst und Alarmbereitschaft. Mobbing kommt häufig am Arbeitsplatz und in der Schule vor, aber auch in der Familie, dem Freundeskreis oder dem Verein. Mobberinnen und Mobber suchen die Öffentlichkeit, die Aufmerksamkeit und Zustimmung von anderen. (Mehr erfahren? Zu unserer Themenseite Mobbing)

... zum Cybermobbing

Cybermobbing ist Mobbing in digitalen Kanälen: zum Beispiel per E-Mail, in sozialen Netzwerken und über Messenger-Apps, in Foren, im Klassen-Chat und im Firmen-Intranet. Hier beleidigen die Mobberinnen und Mobber ihre Opfer, streuen Lügen, hetzen, spotten und pöbeln. Und sie verbreiten herabsetzende (oft digital bearbeitete und verfälschte) Fotos und Videos.

Eine Jugendliche hält ein Smartphone; sie sieht traurig und ängstlich aus.

Symbolbild: Beleidigungen, Lügen und peinliche Fotos verbreiten sich massenhaft im Netz: Cybermobbing trifft vor allem Jugendliche.

Cyberbullying und Internet-Mobbing

... sind andere Begriffe für Cybermobbing. Woher stammen die Begriffe?

Cyber bedeutet „Steuerung“ (Kybernetik). Heute bezieht sich der Begriff meist allgemein auf die digitale Welt (Cyberspace, Cyberkrieg, Cybersicherheit usw.).

Bully nennt man im Englischen eine Person, die andere schikaniert und tyrannisiert.

Mob ist ein englisches Wort mit lateinischen Wurzeln. Es steht für Menschen, die sich zusammenrotten, meist um Unheil zu stiften. In den USA steht der Begriff „Mob“ für kriminelle Organisationen wie die Mafia.

(Abgrenzung: Das Internet bringt auch positive Mobs hervor! Flashmobs wollen meist Spaß verbreiten. Sie verabreden sich online zu Treffen im öffentlichen Raum, wo sie gemeinsam singen, tanzen oder eine Kissenschlacht austragen. Smart Mobs kommen zusammen, um zum Beispiel politische Botschaften zu verbreiten.)

Cybermobbing: Wer ist betroffen?

Cybermobbing verbreitet sich vor allem (aber nicht nur) unter jüngeren Menschen. Sie sind häufig online und mit vielen anderen vernetzt, zum Beispiel in Social-Media-Kanälen und über Messenger-Apps. Kinder und Jugendliche wachsen mit digitalen Medien auf und kennen sich mit Web-Tools oft viel besser aus als ihre Eltern oder Lehrkräfte. Doch dass und wie sie sich im Internet schützen können und müssen, wissen sie oft nicht.

Ein Junge guckt ernst auf sein Smartphone.

Symbolbild: Vor Cybermobbing sind Kinder und Jugendliche auch zu Hause nicht sicher. Die bösartigen, verletzenden Posts verfolgen sie überallhin.

Oft werden betroffene Jugendliche online und offline gemobbt. Wie viele junge Menschen sind von Cybermobbing betroffen? Lesen Sie hier weiter:

Zahlen & Fakten

Cybermobbing: 7 typische Merkmale

Abgrenzung

Cybermobbing und Hatespeech

Cybermobbing und Hatespeech finden im Internet statt und haben das Ziel, anderen Menschen zu schaden. Die wesentlichen Unterschiede bestehen u. a. darin:

  • Cybermobbing richtet sich meist gegen eine bestimmte Person, zum Beispiel gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler oder eine Arbeitskollegin oder einen Arbeitskollegen.
  • Hatespeech (= „Hassrede“) nennt man Posts und Kommentare, die zum Hass gegen bestimmte Gruppen aufstacheln. Hatespeech kann auch auf einzelne Personen aus diesen Gruppen zielen. „Haterinnen“ und „Hater“ attackieren Menschen zum Beispiel wegen ihrer Herkunft oder Wurzeln (fremdenfeindlich), ihrer Religion (antisemitisch, antimuslimisch), ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung (sexistisch, homo- oder transphob) oder weil sie eine Behinderung haben. Auch Menschen, die sich für bestimmte politische Ziele einsetzen, können Opfer von Hatespeech werden. Typisch für Hatespeech sind Verallgemeinerungen und falsche Behauptungen, dumpfe, beleidigende Slogans und Abbildungen, Verschwörungsmythen und Aufrufe zur Gewalt.

 

Tipp: Eltern und Fachkräfte finden Infos und Links zu Hatespeech und zum Problemfall Klassenchat auf webhelm.de. Webhelm.de ist ein Projekt des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Das Bayerische Sozialministerium fördert den JFF und das Projekt webhelm.de. Über Hatespeech, Counter-Speech und Cybermobbing informiert auch das Projekt Klicksafe: zu den Infos über Hatespeech auf klicksafe.de.

Für pädagogische Fachkräfte: Materialien & Fortbildung

„Bloßgestellt im Netz“ ist ein interaktives Planspiel der Aktion Jugendschutz (aj) zur Prävention von Cybermobbing. Entwickelt wurde es für Jugendgruppen und Schulkassen (Alter: 9 bis 16 Jahre).
Planspiel „Bloßgestellt im Netz“: Infos und Download

Auch Fortbildungen finden Lehrkräfte und Fachkräfte bei der Aktion Jugendschutz, zum Beispiel zum „Freiburger Sozialtraining und systemische Mobbingintervention“. Tipp: Schauen Sie immer mal wieder ins Veranstaltungsprogramm der Aktion Jugendschutz (aj).

Pssst, nur für Jugendliche: Sexting und Sextortion

Du bist tooootal verliebt? So sehr, dass du ihr/ihm ein Nacktfoto von dir schicken würdest? Oder es O.K. findest, dass ihr ein intimes Video aufnehmt? Sexting bedeutet, Nacktfotos oder Sexaufnahmen mit der/dem Liebsten zu teilen. Ein Mega-Liebes- und Vertrauensbeweis!

Aber auch extrem gefährlich. Denn wenn sie oder er die Aufnahmen teilt (vielleicht, um mit dir anzugeben), dann sind und bleiben sie (ewig) im Netz. Und beim Liebes-Aus können die Aufnahmen zur Waffe werden. Wenn sie oder er dich zum Beispiel mit den Fotos oder Videos erpresst (Sextortion).

Nahaufnahme: Eine junge Frau macht ein Selfie von ihrem Ausschnitt.

Sexting? Besser nicht. Die intimen Fotos gelangen leicht in die falschen Hände: eine Steilvorlage für Cybermobber.

Prävention (Vorbeugung)

Wie schütze ich mich/mein Kind vor Cybermobbing?

  • Finger weg von meinen Daten! Soziale Netzwerke sind neugierig und wollen möglichst viele Daten sammeln. Tipp: nie die komplette Adresse oder Handynummer angeben.
  • Heute süß, morgen peinlich?! Fotos und Videos sind für Mobberinnen und Mobber eine begehrte Beute. Sie posten gemeine Kommentare zu den Aufnahmen – oder bearbeiten sie und stellen die beleidigenden, herabwürdigenden Bilder ins Netz. Tipp: möglichst wenige Bilder von sich selbst ins Netz stellen. Und auf keinen Fall Nacktfotos, peinliche Partybilder usw. Auch nicht das Schmusefoto mit dem Lieblingsteddy.
  • Sorry, nur für best friends! Wer sein Social-Media-Profil für alle freigibt, macht sein Privatleben komplett öffentlich – auch für Mobberinnen und Mobber. Tipp: nur private Profile anlegen und jede Freundschaftsanfrage prüfen! Nur vertrauenswürdige Menschen zulassen.
  • Das erzähl ich dir lieber mal so ... Eine Freundin oder ein Freund entpuppt sich als mies? Kommt vor. Deshalb: Persönliches, Intimes, Geheimnisse besser nicht im Web posten. Sonst gehen sie womöglich viral.
Lesetipp für Lehrkräfte

Wie können Schulen Cybermobbing vorbeugen? Und was kann ich tun, wenn in meiner Klasse gemobbt wird? Auf der Website Polizei-Beratung.de finden Sie Infos rund ums Cybermobbing und praktische Tipps.

In der Schule Cybermobbing vorbeugen: Tipps der Polizei

Welche Maßnahmen helfen mir als Lehrkraft für ein erstes Vorgehen im Falle von Mobbing? Welche Unterstützungsangebote gibt es zur Prävention und Intervention bei Mobbing? Auf der Website des Bayerischen Kultusministeriums finden Sie Infos und Tipps zur Mobbingprävention an Schulen.

Was kann ich tun?

Wie kann ich Mobbingopfer unterstützen?

Tipps für Kinder und Jugendliche

  • Klare Ansage: Deine Meinung zählt in deiner Klasse? Sag den Mobberinnen und Mobbern, dass du ihre Aktion total unfair findest.
  • Daumen runter: Zeig, dass du Beleidigungen, Hass und Hetze nicht unterstützt. Hier findest du viele Memes gegen Hater.
  • Weise andere auf die Chatregeln hin, wenn sie jemanden beleidigen, dissen oder angreifen.
  • Dabei gilt immer: Bring dich nicht selbst in Gefahr! Schalte im Zweifel unbedingt Erwachsene ein, zum Beispiel deine Klassenlehrerin, den Vertrauenslehrer – oder deine Eltern.
Eine Jugendliche blickt erschrocken auf ihr Notebook; eine Freundin tröstet sie.

Symbolbild: Cybermobbing kann Jugendliche schwer verletzen. Was jetzt hilft: die Unterstützung durch Freundinnen und Freunde. Und Erwachsene, die sich auf ihre Seite stellen.

Tipps für Eltern

  • Ihr Kind hat sich verändert? Wirkt bedrückt? Fragen Sie behutsam nach. Bieten Sie Unterstützung an.
  • Ihr Kind ist möglicherweise Opfer von Cybermobbing? Jetzt bitte kein Handy- oder Internetverbot. Damit bestrafen Sie Ihr Kind, statt ihm zu helfen.
  • Sprechen Sie die Schule an. Oder holen Sie sich Hilfe bei einer Beratungsstelle. Adressen finden Sie unten in der HILFE-Box.
Hier finden Sie Hilfe
CYBERMOBBING: BERATUNG & HILFE
    • Sie werden/du wirst online gemobbt? Oder Ihr Kind bzw. eine Schülerin oder ein Schüler in Ihrer Klasse? Hier gibt es Infos und Anlaufstellen:

    • Klicksafe

      Klicksafe unterstützt u. a. Eltern und Kinder/Jugendliche im Umgang mit Medien (u. a. Cybermobbing, Hatespeech).

    • Schau hin!

      Die Initiative Schau hin! unterstützt Familien bei der Medienerziehung (Infos, Tipps, Foto-Guide u. v. m.).

    • Polizeiliche Beratungsstellen in Ihrer Nähe

      Auf Polizei-Beratung.de finden Sie Infos, Unterrichtsmaterialien und Adressen.

    • Nummer gegen Kummer

      Hotline für Kinder und Jugendliche: 116 111