Illustration: Jemand hält ein Smartphone in der Hand. Auf dem Display ist groß das Wort „Hass!“ zu sehen.

Hate Speech (Hass und Hetze im Netz)

Eine einzige Zahl macht das gewaltige Ausmaß von Hate Speech deutlich: 94 Prozent aller 14- bis 24-Jährigen, die privat das Internet nutzen, sind schon auf Hasskommentare gestoßen. Auch ein Großteil der Erwachsenen ist mit Hass und Hetze im Netz vertraut. Erfahren Sie, was hinter Hate Speech steckt und entdecken Sie, wie Sie Hassrede begegnen können.

HILFE. JETZT. SOFORT.
  • 110
    Polizei-Notruf
    Sie oder andere sind in Gefahr? Wählen Sie den Polizei-Notruf oder wenden Sie sich an eine Polizei-Dienststelle in Ihrer Nähe.
  • Zum Hilfe-Finder
    Sie suchen Beratung und/oder Hilfe zu diesem oder einem anderen Thema? Hier können Sie gezielt nach Ihrem Thema filtern.
Worterklärung (Definition)

Was ist Hate Speech?

Hate Speech (oder auch: Hassrede, Hasskommentare) nennt man Posts und Kommentare im Internet, die abwerten, aufhetzen, beleidigen und/oder bedrohen. Hate Speech hat viele Gesichter. Sie tritt zum Beispiel rassistisch, gewaltverherrlichend, sexistisch, antisemitisch, homophob oder transphob auf. In unserer digital vernetzten Welt verbreitet sich Hate Speech zunehmend und rasend schnell – und kann als Gefahr für unsere Demokratie gewertet werden.

Wer ist von Hate Speech betroffen?

Hate Speech kann alle Menschen treffen, die soziale Medien nutzen. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend direkt oder indirekt von Hate Speech betroffen. Hass-Posts verbreiten sich in Schulen, im Privatleben, am Arbeitsplatz. Ganz besonders richtet sich die Hetze gegen Personen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen oder einer bestimmten Gruppe angehören oder diese unterstützen, zum Beispiel: LSBTIQ-Personen, Menschen muslimischen oder jüdischen Glaubens, Frauen, Medienschaffende, Amts- und Mandatstragende und bekannte Personen in öffentlichen oder privaten Organisationen.

Merkmale von Hate Speech

Hate Speech

  • arbeitet mit Lügen, Verdrehungen, Fake News.
  • verbreitet sich überall im Internet: in Social-Media-Kanälen, Messenger-Diensten, Chatgruppen, Foren.
  • beleidigt und verhöhnt Menschen und will sie abwerten.
  • ist intolerant, menschenverachtend und stachelt zu Hass und Hetze auf.
  • belästigt, belastet und stresst die betroffenen Menschen nicht nur, sondern kann sie psychisch schwer verletzen und zu Erkrankungen (wie Depressionen) führen.
  • ruft teilweise sogar zum Mord auf.

Surftipp! Vom unsachlichen Beitrag bis zum Shitstorm, von schädlich bis strafbar: Beispiele für Hassrede im Netz finden Sie auf der Website der Hanns-Seidel-Stiftung. 

Symbolbild: Von einer Notebook-Tastatur steigen Begriffe wie „Hate you“, „Loser“ usw. auf.

Beleidung, Abwertung, Aufruf zum Hass oder Drohungen: typisch für Hate Speech im Internet.

94 %
der 14- bis 24-Jährigen haben schon Hate Speech erlebt

Fast alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die das Internet nutzen, haben schon selbst Hate Speech oder Hasskommentare im Internet gesehen. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie „sehr häufig“ oder „häufig“ auf Hass und Hetze im Netz stoßen. Dies ist ein Ergebnis einer forsa-Befragung zu Hate Speech 2020 im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW.

Was sind Hater, Trolle und Glaubenskrieger?

Hater (Hassredner und Hassrednerinnen) nennt man allgemein Personen, die Hate Speech verbreiten. Daneben spricht man auch von „Trollen“ und „Glaubenskriegern“ oder „Glaubenskriegerinnen“:

  • Trolle (vom englischen „trolling with bait“ = das Angeln mit Köder) wollen (zer-)stören, schockieren und Aggressionen schüren – oft ohne ein inhaltliches Ziel zu verfolgen.

  • Glaubenskrieger und Glaubenskriegerinnen halten ihre Weltsicht für die einzige Wahrheit und kämpfen fanatisch und rücksichtslos für ihre Überzeugung. Demokratische Werte lehnen sie oft ab.

Sie alle suchen keinen Austausch auf Augenhöhe und mit offenem Ergebnis. Sie wollen keine anderen Meinungen hören, sondern ihre eigene durchsetzen. Sie wollen beeinflussen, aufwiegeln, Hass schüren.

Surftipp: Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) informiert über die Beweggründe und Methoden verschiedener Hater-Typen.

So funktioniert Hate Speech

Hate Speech arbeitet mit

  • dem Vorschlaghammer: Die Hater hämmern simpel gestrickte Hassbotschaften und Aufrufe zum (teilweise gewaltsamen) Handeln möglichst lautstark ins Netz. Genauso laut tönt die Zustimmung ihrer Anhängerschaft zurück.
  • mit feinen Nadelstichen: Dabei stellen die Hater scheinbar sachlich und neutral Verdrehungen und falsche Behauptungen ins Netz, die sich nach und nach als vermeintliche „Fakten“ in den Köpfen ihrer Anhängerschaft festsetzen. Diese Technik ist weniger auffällig, aber sehr wirkungsvoll, denn: Viele Menschen nehmen die Botschaften gar nicht als Hass und Hetze wahr. Rassistische, antisemitische, homofeindliche und andere menschenverachtende Begriffe schleichen sich so kaum merklich in unseren Wortschatz ein.

Von Filterblase bis Echokammer: Social-Media-Kanäle können Hate Speech begünstigen 

In sozialen Netzwerken sorgen Algorithmen dafür, dass uns ausschließlich Themen und Inhalte angezeigt werden, mit denen wir uns schon beschäftigt haben. Dafür werten sie unter anderem unseren bisherigen Suchverlauf und unser Klickverhalten aus.  Diese Vorfilterung isoliert uns in einer Art „Filterblase“, die uns möglicherweise auch gegen Meinungsvielfalt abschirmt. Auch wir selbst tragen mit unserem Verhalten in sozialen Netzwerken dazu bei, dass sich unser Blickwinkel verengt: Indem wir uns bevorzugt mit Gleichgesinnten vernetzen, erzeugen wir eine „Echokammer“, in der eine Meinung und eine Weltsicht stetig widerhallen und nicht durch kritische Stimmen unterbrochen werden. So kann schnell der Anschein geweckt werden, dass „alle anderen“ diese Meinung teilen.

1 von 2 Frauen haben Angst vor Hass im Netz

Jede zweite Frau (52 Prozent) zögert, im Internet ihre Meinung zu äußern. Der Grund: Angst vor Hass-Reaktionen. Das ergab eine EU-weite Umfrage im Auftrag von HateAid. Übrigens: Auch 43 Prozent der befragten Männer hatten aus Furcht vor digitaler Gewalt schon darauf verzichtet, ihre Meinung zu sagen!

Hate Speech gegen Frauen

Hate Speech trifft Frauen anders als Männer. Rund ein Drittel der beleidigenden Posts gegen Frauen zielen auf ihr Aussehen, 15 Prozent der Hassreden beleidigen sie wegen ihres Geschlechts, also: weil sie Frauen sind. (Quelle: Studie „Hass und Hetze – der schleichende Angriff“, IDZ 2019) Häufig werden Frauen mit Vergewaltigungsfantasien belästigt. Oder: Hater drohen Frauen, private Fotos von ihnen im Netz zu verbreiten.

Die Folge: Um der Hate Speech zu entgehen, ziehen sich Frauen öfter als Männer aus dem Web zurück.  

Rechtliche Sicht

Ist Hate Speech strafbar?

Viele Äußerungsformen von Hate Speech sind strafbar, insbesondere als Beleidigung oder Volksverhetzung, manche bewegen sich aber auch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle. Ob strafbar oder nicht – gegen alle Formen von Hate Speech gibt es Strategien, ihnen zu begegnen.

Auf einem Handy-Bildschirm wird ein Meme angezeigt.

„Die Würde des Menschen ist unhassbar“: Setzen Sie Zeichen wie dieses gegen Hate Speech!

Was tun gegen Hass und Hetze?

Sie erleben Hate Speech gegen sich oder andere? So können Sie Hass im Netz begegnen

Sie erleben Hass im Netz? Hassreden nähren sich von der Zustimmung der Anhängerschaft. Stoßen Hater auf breiten Widerstand, ziehen sie sich eher zurück. Es gibt verschiedene Methoden, wie Sie Hate Speech begegnen können. Hier finden Sie Beispiele. Sie sind selbst von Hate Speech betroffen und brauchen Rat und Hilfe? Direkt zu den Tipps & Anlaufstellen für Betroffene von Hate Speech.

Hate Speech KONTERN (Gegenrede, Counter Speech)

Kontern oder Gegenrede (englisch: Counter Speech) bedeutet: Wer im Netz auf Hate Speech stößt, schaut nicht weg und schweigt nicht, sondern hält aktiv dagegen und

  • argumentiert ruhig und sachlich („Diese Aussage ist falsch. Richtig ist ...“),
  • grenzt sich mit eindeutigen Statements ab („Wir dulden hier keinen Hass“) oder
  • begegnet dem Hass mit Memes (= witzige Bilder, Animationen oder Videos) oder einem (überwältigenden) „Love-Storm“. Auch diese ironischen Konter können Hatern den Wind aus den Segeln nehmen.
Tablet-Display mit Memes (Bildern, die Hate Speech kontern).

Memes, Sticker und animierte GIFs eignen sich auch, um in sozialen Medien Hassreden zu kontern. Herunterladen können Sie die Bilder unter anderem beim Projekt „No Hate Speech“. Zu den Konter-Memes auf no-hate-speech.de

Hate Speech dem Netzbetreiber oder Dritten MELDEN

Betreiber von großen Social-Media-Plattformen sind verpflichtet, ihnen gemeldete Hasskommentare mit bestimmten rechtswidrigen Inhalten innerhalb von bestimmten Fristen zu löschen. Nutzerinnen und Nutzer müssen strafbare Inhalte einfach melden können (Grundlage: Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz: NetzDG).

Viele soziale Netzwerke löschen zudem Hassposts auch unterhalb der Schwelle des Strafrechts auf der Grundlage ihrer Gemeinschaftsstandards. Hierfür gibt es neben dem NetzDG-Meldekanal auf den Seiten der Betreiber häufig ein gesondertes Meldeformular.

Neue Online-Plattform „Bayern gegen Hass”

Logo: Konsequent gegen Hass.

Auf der Website bayern-gegen-hass.de finden Sie alle Angebote der Bayerischen Staatsregierung im Zusammenhang mit Hate Speech auf einen Blick. Unter anderem erfahren Sie dort, wie Sie Hate Speech online anzeigen können.

Logo von Respect!

Den Fall kurz beschreiben, Link zum Hasskommentar eingeben, Screenshot hochladen – fertig: Bei Verstößen gegen deutsches Recht setzt sich die Meldestelle REspect! beim Netzwerkbetreiber für eine Löschung des Beitrags ein. Mit einem Mausklick können Sie bei Bedarf persönliche Beratung anfordern.
Zur Website von REspect! mit dem Online-Meldebogen

Über Hass und Hetze beschweren: weitere Meldestellen

Strafbare Inhalte von Hate Speech wie Beleidigung oder Volksverhetzung sollten unbedingt bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt werden. Hierzu wenden Sie sich bitte an die Polizeidienststellen vor Ort, die Ihre Anzeige entgegennehmen.

RIAS Bayern ist die Meldestelle für antisemitische Vorfälle und Diskriminierung. RIAS steht für Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus. Hate Speech können Sie hier in einem Online-Formular melden und die Staatsanwaltschaft um Prüfung bitten. Auch Vorfälle, die nicht angezeigt wurden oder nicht strafbar sind, können gemeldet werden. Auf Grundlage der Meldungen erstellt RIAS Bayern anonymisierte Berichte. Durch ihre Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit macht RIAS Bayern das Ausmaß von Antisemitismus sichtbar und sensibilisiert die Menschen in Bayern.

Melden Sie hier antisemitischen Hass und Hetze (Sie müssen Ihren Namen nicht nennen):

Zum Online-Meldebogen von RIAS Bayern

E-Mail an RIAS Bayern schreiben

Telefonisch melden: 0162 295 19 61 oder 089 122 234 060.

Strong! LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt ist die Meldestelle für LSBTIQ-feindliche Vorfälle wie zum Beispiel Hate Speech. Auf einem Online-Formular können Sie einfach alle nötigen Angaben machen. Auch als Zeugin oder Zeuge können Sie bei der Strong! LGBTIQ* Fachstelle Hass und Hetze, Übergriffe und Angriffe gegen LSBTIQ-Personen melden.

Melden Sie hier LSBTIQ-feindlichen Hass und Hetze (Sie müssen Ihren Namen nicht nennen):

Zum Online-Meldebogen von Strong!

Die Bayerische Justiz bietet Amts- und Mandatstragenden die Möglichkeit, Online-Straftaten, Hate Speech, Drohungen oder Beleidigungen direkt an die Generalstaatsanwaltschaft München zu melden. Hier können Sie den Zugang zum Meldeformular beantragen.

Die Initiative „Justiz und Medien konsequent gegen Hass“ unterstützt Medienunternehmen, Medienschaffende sowie Journalistinnen und Journalisten mit einem einfachen Online-Meldeverfahren, über das Hate Speech direkt an die Generalstaatsanwaltschaft München gemeldet werden kann. Hier können Sie sich über die Angebote und das Meldeverfahren informieren:

„Konsequent gegen Hass“: Infos und Meldeverfahren

Bayerische Polizei initiiert Löschungen von Hass-Posts bei Plattformbetreibern

Sie erstatten bei der Bayerischen Polizei eine Anzeige wegen Hass und Hetze im Netz? In diesem Zuge kann die Polizei auf Ihren Wunsch hin auch gleich eine Prüfung und ggf. Löschung der Hasskommentare beim Anbieter des sozialen Netzwerks initiieren (Grundlage: Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz NetzDG). Mit dem bundesweit bislang einmaligen Pilotprojekt sollen Menschen, die von Hate Speech betroffen sind oder sie im Netz erleben, unterstützt werden. Dadurch müssen Sie nach Erstattung der Anzeige nicht selbst Kontakt zu den Netzwerkbetreibern aufnehmen.

Ist ein entsprechender Post nach Ablauf der gesetzlichen Fristen noch abrufbar, meldet ihn die Polizei ans Bundesamt für Justiz zur Prüfung. Den Plattformbetreibern können bei entsprechenden Verstößen empfindliche Bußgelder drohen.

Hate Speech IGNORIEREN („Don’t feed the troll“)

Hass tut weh und ist schwer zu ertragen – nicht nur für diejenigen, auf die er zielt. Nicht immer fühlen wir uns stark genug, um Hate Speech in sozialen Medien, Foren, Kommentaren oder Chats aktiv zu begegnen.

Schützen Sie sich selbst: Sie müssen nicht jeden Kampf mit Hatern ausfechten.

Manchmal ist das Ignorieren tatsächlich auch eine erfolgreiche Strategie. „Don’t feed the troll“ nennt man das im Englischen: Geben Sie den Trollen kein „Futter“, sondern lassen Sie sie ins Leere laufen. Stoßen die Hater, Trolle und „Glaubenskrieger“ weder auf Applaus noch auf Widerstand, geben sie ihre Hass-Attacken manchmal auf.

Stark (machen) gegen Hetze und Hass im Netz

  • Kinder und Jugendliche stärkt der Medienführerschein Bayern mit einem speziellen Angebot zu Hate Speech. Verschiedene Unterrichtseinheiten sensibilisieren die Schülerinnen und Schüler für eine reflektierte Nutzung sozialer Medien. Im Rahmen von Elternabenden des Medienpädagogischen Referentennetzwerks Bayern können sich Eltern von 10- bis 14-Jährigen rund um das Thema Cyber-Mobbing informieren.

  • Prävention von Hass und Hetze auch und gerade unter Schülerinnen und Schülern ist Gegenstand der gemeinsamen Kampagne von bayerischem Justiz- und Kultusministerium „Mach dein Handy nicht zur Waffe“. Zentraler Baustein der Kampagne ist ein Video des TOP-Influencers Falco Punch. Er erklärt mit innovativer Schnitttechnik und jugendgerechter Sprache, warum Hass und Hetze auch auf Schülerhandys zu den absoluten NoGos zählen.

  • Bayerns Justiz verfügt über spezielle Strukturen, um Hasskriminalität im Internet zu verfolgen. 2020 nahm der Hate-Speech-Beauftragte der bayerischen Justiz die Arbeit auf.

  • Mit einem Kurzfilm macht die Katholische Landjugendbewegung Bayern (KLJB) auf Hate Speech aufmerksam. Promis aus Politik und Kirche berichten von eigenen Erfahrungen mit Hass und Hetze und ermutigen zur Solidarität und Zivilcourage im Netz. Direkt zum Film: „Gemeinsam gegen Hate Speech“: zum KLJB-Video auf YouTube

  • Das No Hatespeech Movement ist in mehr als 40 Ländern aktiv. Der deutsche Web-Auftritt no-hate-speech.de ist ein Projekt von ndm – neue deutsche medienmacher:innen. Zur Website no-hate-speech.de

  • Hetze und hasserfüllten Shitstorms etwas entgegensetzen: Das ist auch das Ziel von LOVE-Storm. Mit Lernangeboten und Trainings sollen Einzelpersonen und Gruppen gestärkt werden gegen Hate Speech und einüben, wie sie Angreiferinnen und Angreifern (gewaltfrei) Grenzen und Zeichen gegen den Hass setzen können. Zur Lern- und Trainings-Plattform love-storm.de

Hate Speech begegnen: Tipps fürs Community-Management 

Ich betreue professionell, ehrenamtlich oder privat einen Online-Auftritt: Wie beuge ich Hate Speech im Kommentarbereich, im Forum, in unserer Community vor? „No Hate Speech“, eine Initiative von Medienschaffenden, gibt den Verantwortlichen Tipps für die Netiquette, die Moderation und interne Argumentationshilfen für den Umgang mit Hass, erklärt, wie man Accounts und die eigene Privatsphäre schützt und geht auf die redaktionsinterne Organisation ein, von internen Ansprechpersonen bis zur Personalplanung fürs Community-Management.

Zum Helpdesk für Medienschaffende auf no-hate-speech.de

Top-Tipp auf no-hate-speech.de: 10 goldene Regeln im Umgang mit Hass im Netz

 Mehrere jüngere Menschen in einem Redaktionsbüro.

Das Moderationsteam sensibilisieren und im Umgang mit Hatern schulen: ein wichtiger Baustein, um Hate Speech vorzubeugen und zu begegnen.

Beratung & Hilfe für Betroffene

Sie sind selbst von Hate Speech betroffen? Beratung und Hilfe

Sie sind selbst von Hate Speech betroffen? Sie wurden oder werden beleidigt, mit Hass und Hetze verfolgt oder bedroht? Sie sind nicht allein! Es gibt Beratung und Hilfe, anonym und kostenfrei. Wie können Sie sich gegen Hate Speech wehren? Hier finden Sie Anlaufstellen:

  • B.U.D. Bayern bietet unabhängige Beratung für Menschen, die von rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt betroffen sind. Außerdem berät B.U.D. Bayern im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Verschwörungstheorien. Das Angebot richtet sich an gewaltbetroffene Menschen, deren Umfeld sowie Zeuginnen und Zeugen. B.U.D. arbeitet unabhängig von staatlichen Behörden. Auch wer keine Anzeige erstatten möchte, kann sich beraten lassen. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Ratsuchenden entscheiden, an welchem Ort die Beratung stattfinden soll. Bei Bedarf werden Sprachmittlerinnen und Sprachmittler gestellt.

    Rechte Hate Speech: zur Beratung von B.U.D. Bayern

  • Die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS) hat ein umfangreiches Info- und Beratungsangebot für Einzelpersonen, Familien und Angehörige, Vereine und Verbände, Schulen und Bildungseinrichtungen, Kirchen, Kommunen, Unternehmen und Bürgerbündnisse.

    Rechte Hate Speech: Infos & Beratung der LKS

  • Die 25 Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz (d & t) stehen der ganzen Schulfamilie (auch vertraulich) als kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für verhaltensorientierte Extremismusprävention sowie anlassbezogene Intervention zur Verfügung. Neben der Einzelfallberatung wirken diese speziell ausgebildeten Schulpsychologinnen, Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte nicht nur bei Fortbildungsveranstaltungen der Staatlichen Schulberatungsstellen und der staatlichen Lehrerfortbildung mit, sondern sie beraten auch im Rahmen von Lehrerkonferenzen, Fachsitzungen, Fachbetreuertagungen, Schulleitertagungen oder Elternabenden im Hinblick auf jüngste Entwicklungen im Bereich Extremismus wie etwa Hate Speech.

    Rechte Hate-Speech: Infos & Beratung der Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz

Hate Speech würdigt oft Menschen aufgrund bestimmter Merkmale herab (zum Beispiel Geschlecht, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit ...). Sie erleben solche diskriminierende Hate Speech? Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes informiert Sie über Ihre rechtlichen Möglichkeiten und Unterstützungsangebote vor Ort, in Ihrer Nähe. Die Beratung wird auch in Leichter Sprache und Gebärdensprache angeboten. Mehr erfahren: zum Beratungsangebot der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

  • Die Weltanschauungsbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bzw. der Erzdiözese München und Freising beraten zum Umgang mit Verschwörungstheorien, bieten Hintergrundinfos und begleiten Selbsthilfegruppen.

    Verschwörungstheorien: Beratung der katholischen Kirche

    Verschwörungstheorien: Beratung der evangelischen Kirche

  • Das Bayerische Landesjugendamt berät vor allem, wenn Verschwörungsgläubige in der Familie für Spannungen sorgen, wenn das Kindeswohl gefährdet ist oder es um Trennung oder Scheidung geht. Auch wenn Kinder und Jugendliche außerhalb der Familie mit Verschwörungstheorien in Berührung kommen, bieten die Jugendämter Rat und Unterstützung. Mehr erfahren: zum Bayerischen Landesjugendamt

Ist das, was ich erlebe, strafbar? Kann ich Anzeige erstatten? Wer hilft mir (auch finanziell), mein Recht durchzusetzen? Es gibt Anlaufstellen, die bei der rechtlichen Einordnung und der Rechtsdurchsetzung helfen:

  • HateAid berät Menschen, die von Hate Speech betroffen sind. Das Angebot ist kostenfrei; bei Bedarf können auch die Kosten einer Zivilklage übernommen werden. In schwerwiegenden Fällen kann auch professionelle therapeutische und/oder juristische Unterstützung vermittelt werden. Mehr erfahren: zu Hate Aid
  • Hatefree unterstützt Betroffene, Ihre Rechte auf Löschung, Unterlassung und Geldentschädigung durchzusetzen. Mehr erfahren: zu Hatefree
  • Jugendschutz.net schützt Kinder und Jugendliche im Internet. Unter anderem nimmt das Kompetenzzentrum von Bund und Ländern Beschwerden gegen Betreiber im Netz entgegen, prüft sie und leitet ggf. weitere Schritte ein. Mehr erfahren, Verstöße melden: zu Jugendschutz.net

  • Juuuport.de berät Jugendliche bei Cybermobbing, Stress in sozialen Medien, Datenklau und anderen Problemen im Netz (über WhatsApp oder ein Kontaktformular auf der Website). Gleich informieren und Rat holen: zu Juuuport.de

  • Unter der Nummer gegen Kummer finden Kinder und Jugendliche ein offenes Ohr und Rat. Telefonisch unter 116 111, per E-Mail oder im Chat – und bei allen Fragen und Problemen, natürlich auch im Netz. Gleich mal gucken: zur Nummer gegen Kummer

  • Die bke-Jugendberatung bietet Beratung per E-Mail und im Einzelchat an. Im Gruppenchat und im Forum können sich Jugendliche mit Gleichaltrigen austauschen. Hier geht’s lang: zur bke-Jugendberatung

  • Beratungslehrkräfte sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an den Schulen vor Ort bzw. an den neun Staatlichen Schulberatungsstellen stehen Kindern sowie Jugendlichen bei Konflikten, Mobbing und daraus entstehenden psychischen Belastungen als auch persönlichen Krisen niederschwellig und vertraulich zur Verfügung. Den richtigen Ansprechpartner finden unter: Staatliche Schulberatung in Bayern

  • Erziehungsberatungsstellen unterstützen Mütter und Väter in jeder Situation und – mit rund 180 Standorten bayernweit – vor Ort. Auch bei Problemen in der digitalen Welt sind die Teams an Ihrer Seite. Mehr erfahren über die Erziehungsberatung in Bayern

  • Bayerns Jugendämter sind auch bei Problemen mit Hass im Netz an der Seite der Familien. Erwachsene, Kinder und Jugendliche können sich an ihr örtliches Jugendamt wenden.

  • Die Nummer gegen Kummer ist auch für Eltern eine gute Anlaufstelle. Ob Hate Speech oder andere Fragen und Probleme, das Elterntelefon bietet Rat und Unterstützung. Hier finden Sie Infos über die Nummer gegen Kummer. Oder rufen Sie die Hotline an: 0800 111 0 550

  • Die bke-Elternberatung unterstützt bei allen Fragen und Sorgen rund um die Erziehung. Unter vier Augen in der E-Mail-Beratung und im Einzelchat oder im Gruppenchat und im Forum: Denn auch der Austausch mit anderen Eltern kann gute Infos und praktische Tipps liefern. Schauen Sie rein: zur bke-Elternberatung

  • Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist täglich rund um die Uhr besetzt: 08000 116 016. Das Team berät auch per E-Mail und Chat, in 18 Fremdsprachen, Leichter Sprache und Gebärdensprache. Alle Infos: zum Frauenhilfetelefon

  • Infos für Frauen in einfacher und Leichter Sprache sowie in Gebärdensprache bietet die Website Wege aus der Gewalt. Sie stellt auch Anlaufstellen für gewaltbetroffene Frauen vor und informiert über deren barrierefreie Angebote. Zur Website „Wege aus der Gewalt“

  • Das Hilfetelefon Gewalt an Männern betreibt eine bayernweite Hotline: 0800 1239900 und berät auch per E-Mail und Chat. Mehr erfahren: zum Männerhilfetelefon

  • Die Strong! LGBTIQ* Fachstelle berät und hilft bei Diskriminierung und Gewalt. Hotline (bayernweit) 089 856 346 427. Beratung auch per E-Mail und Chat.

Die Krisendienste Bayern helfen Menschen in psychischen Krisen, bayernweit, rund um die Uhr und kostenlos. Auch Menschen aus dem Umfeld von Betroffenen können sich jederzeit an die Leitstelle wenden. Hotline: 0800 655 3000. Alle Infos: zu den Krisendiensten Bayern

2.317
Verfahren wegen Hate Speech wurden 2021 in Bayern geführt.

Hiervon bezogen sich 347 Verfahren auf fremdenfeindliche Taten, 280 betrafen Hass und Hetze gegen Frauen und 218 verfolgten antisemitische Hetze. In 450 Verfahren wurde öffentlich Anklage erhoben, in 332 Verfahren erging ein Urteil oder Strafbefehl.

(Quelle: Pressemitteilung Hate-Speech-Bilanz 2021 der bayerischen Justiz).

Hier finden Sie Hilfe
Hate Speech: Beratung & Hilfe
    • Sie erleben Hate Speech im Internet? Sie werden mit Hass und Hetze im Netz verfolgt? Hier finden Sie Anlaufstellen.

    • 110

      Sie werden akut bedroht? Oder jemand in Ihrem Umfeld? Rufen Sie sofort die Polizei.

    • Meldestelle REspect!

      Bei der Meldestelle REspect! können Jugendliche und Erwachsene Hate Speech melden. Auf Wunsch bietet das Team auch Beratung an (einfach das Häkchen bei „persönliche Beratung erwünscht“ anklicken).

    • HateAid

      Bei HateAid können Sie Vorfälle melden und sich beraten lassen: bei psychischen Belastungen genauso wie zu technischen (Datensicherheit) und rechtlichen Fragen.

    • Zum Hilfe-Finder

      Sie suchen weitere Beratungs- oder Hilfeangebote, im Web oder in Ihrer Nähe? Hier können Sie gezielt nach Ihrem Thema filtern.