Illustration: Ein Mann hört Musik über Kopfhörer.

Gewalt vorbeugen

Die Corona-Pandemie setzt alle Menschen unter Stress. Was tun, damit Streit zu Hause nicht in Gewalt mündet? Wie können Sie – allein, zu zweit oder als Familie – „Dampf ablassen“ und gut durch die Krise kommen? Wir haben Tipps und Links für Sie gesammelt. Auch eine Profi-Beratung kann helfen, ob bei der Beratungsstelle, telefonisch oder online.

Stress und Konflikte vermeiden: Tipps für Paare

Ob Homeoffice oder Kurzarbeit: Auch nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen verbringen viele Menschen deutlich mehr Zeit daheim. Wer in Corona-Quarantäne ist, darf die Wohnung gar nicht verlassen. Was tun? Den ganzen Tag Serien streamen? Oder jeden Tag zwölf Stunden am Schreibtisch zu Hause arbeiten? Beide Extreme bauen Stress auf. Das ist ungesund, auch für Ihre Beziehung. Druck abbauen, Konflikte vermeiden: Anregungen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Foto: Ein Mann arbeitet im Homeoffice.

Aufstehen, zur Arbeit fahren, um 10 Uhr kurze Pause in der Kaffeeküche, mittags in die Kantine … Bis vor Kurzem war das noch Routine. Wer heute fast rund um die Uhr zu Hause ist, der spürt, dass diese Struktur fehlt – wie ein Rückgrat, das unseren Alltag aufrechtgehalten hat. Wichtig ist deshalb: Gestalten Sie Ihren Tag. Wenn’s hilft: Schreiben Sie sich einen Stundenplan.

Foto: Ein Mann schlendert durch eine Parkanlage.

Sie arbeiten zurzeit im Homeoffice? Fangen Sie zur selben Zeit an wie immer. Setzen Sie sich feste Pausenzeiten. Machen Sie mittags einen kleinen Spaziergang – oder verabreden Sie sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen zum Chat, bei dem Sie über alles reden, nur nicht über die Arbeit. Atmen Sie zwischendurch tief durch, am offenen Fenster oder auf dem Balkon. Und bleiben Sie abends nicht am Schreibtisch hängen, sondern …

Foto: Eine Frau sitzt entspannt auf dem Sofa.

... machen Sie etwas Schönes, miteinander oder bewusst auch allein. Kochen Sie sich etwas Leckeres, backen Sie Kuchen. Gehen Sie zum Fitnesskurs, zur Yogastunde oder zur Chorprobe: Viele Angebote laufen auch nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen weiterhin online.

Foto: Ein junger Mann beim Video-Chat mit einem älteren Paar.

Zu zweit allein: Nach Monaten der Ausgangssperren und der immer noch teilweise gültigen Kontaktbeschränkungen geht Ihnen der Gesprächsstoff aus? Sie können wieder Verwandte und Freunde treffen, auch in anderen Städten, wieder ins Kino und ins Theater gehen, sich im Café verabreden, gemeinsam Sport treiben. Es tut gut, andere Gesichter zu sehen, wieder neue Eindrücke zu sammeln, die Welt ganz ohne Bildschirm zu sehen, hören, riechen und genießen. Aber bitte denken Sie daran: Halten Sie Abstand und tragen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz, wo auch immer dies gefordert wird.

Foto: Ein junges Paar sitzt dem Sofa und sieht fern; beide lachen.

Und wenn Sie abends fernsehen: Schalten Sie nicht kurz vorm Zubettgehen die Corona-Nachrichten ein. Nehmen Sie lieber einen netten Film oder Ihre Lieblingsserie mit in Ihre Träume.

Thema 1 von 5

Wie schaffen Sie es gut durch die Corona-Krise? Wie vermeiden Sie häusliche Konflikte? Hilfreiche Maßnahmen bietet der Psychologe Prof. Dr. Frank Jacobi. Wussten Sie schon, dass es nützlich ist, feste „Grübel-Zeiten“ einzuplanen? Nein? Dann lesen Sie los:

Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen (PDF): Artikel herunterladen

Es brodelt? Bauen Sie Druck ab mit dem „Survival-Kit“

Der Partnerin oder dem Partner sagen, was ich brauche. Mich auch mal rausnehmen, wenn es zu eng wird. Auf das horchen, was in mir vorgeht. Alarmsignale ernst nehmen. Meinen persönlichen Notfallplan im Kopf haben. Und lieber das Treppenhaus hinauf- und hinunterrennen, als zuzuschlagen: Das Bundesforum Männer bietet ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“ an. Laden Sie den Flyer herunter, am besten jetzt gleich. Lesen Sie sich die 10 Tipps durch. Pinnen Sie dann den Flyer an den Badezimmerspiegel oder den Kühlschrank. Und wenn Sie Alarmsignale spüren: Folgen Sie den Tipps 5 bis 10.

Corona-Krise: zum Survival-Kit für Männer (in 18 Sprachen)

Unser Tipp: Das „Survival-Kit für Männer unter Druck“ kann auch für Frauen sehr nützlich sein. Schauen Sie mal rein!

Den Familienalltag gut gestalten

„Hörst du mir eigentlich zu?“ – „Wie viel surfen ist zuviel?“ – „Mir ist so laaangweilig!“ – „Wer kennt gute Vorlese-Bücher?“ Auf der Website familienland-bayern.de finden Sie starke Tipps und Links zu empfehlenswerten Websites, Apps, Podcasts, Erklär-Videos und TV-Programmen für Kinder, Jugendliche, Eltern und die ganze Familie (nicht nur) während der Corona-Pandemie: zu den Medien-Tipps für Familien auf „Familienland Bayern“.

Probleme gewaltfrei lösen: Beratungsstellen helfen!

„Vorbeugen ist besser als heilen“, heißt ein altes Sprichwort. Das gilt auch bei Krisen in der Partnerschaft oder Familie. Wenn Sie Fragen oder Probleme haben, wenn’s in der Familie kriselt oder kracht: Lassen Sie sich von Profis beraten. Es gibt vielfältige Angebote in Bayern, passgenau für Paare, Eltern und Familien. Die Beratung stärkt das Verständnis und das Miteinander. Und das ist die beste Vorbeugung gegen Gewalt in der Familie.

Hintergrund

Die frühzeitige Stärkung von Familien gerade in Belastungssituationen ist zentraler Bestandteil des Bayerischen Gesamtkonzepts zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher, sexualisierter und seelischer Gewalt sowie Vernachlässigung (siehe hierzu insbesondere die flächendeckend vorhandenen Angebote Früher Hilfen, die über die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKis) gebündelt werden, sowie die flächendeckend vorhandenen Erziehungsberatungsstellen).

Über das Bayerische Gesamtkonzept zum Kinderschutz

Hilfe für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern

Ihr Baby schreit dauernd? Ihr Kleinkind quengelt in Dauerschleife, weil es nicht auf den Spielplatz darf? Jetzt nicht die Nerven verlieren, sondern bei einer KoKi in Ihrer Nähe anrufen. Das KoKi-Team unterstützt Sie und vermittelt Sie ans für Sie richtige Hilfeangebot. Hier finden Sie eine KoKi in Ihrer Nähe, mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Klicken Sie einfach auf der Bayernkarte auf eine Markierung in Ihrer Region:

zu den bayerischen KoKi

Ehe-, Familien- und Erziehungsberatung

Es kriselt in Ihrer Partnerschaft? In der Familie häufen sich die Probleme? Ihre Beziehung leidet unter der Corona-Pandemie? Sie sind in Quarantäne, der Druck zu Hause steigt? Die Ehe- und Familienberatung hilft Ihnen, Konflikte zu lösen und Gewalt zu vermeiden.

Auf der Website „Familienland Bayern“ finden Sie weitere Beratungsstellen für Paare und Familien, zum Beispiel zu Fragen in der Schwangerschaft, Krisen und Konflikte in der Partnerschaft oder bei Krankheit und Tod.

Ein Konflikt zu Hause spitzt sich zu? Sie haben schon häusliche Gewalt erlebt? Hier finden Sie wichtige Anlaufstellen: Hilfe bei Gewalt. Sie sind in akuter Gefahr? Dann rufen Sie auf jeden Fall die Polizei unter 110.

Tipp: Es ist nie zu früh, Rat zu suchen! Lassen Sie sich rechtzeitig beraten. Dann ist es oft umso einfacher, gute Lösungen zu finden. An die Erziehungsberatungsstellen können sich alle wenden, Eltern, Kinder und auch Angehörige oder Freunde und Freundinnen der Familie.

Online-Beratung für die ganze Familie

Druck rausnehmen und Konflikte lösen, bevor sie in Gewalt ausarten: Das kann auch online gelingen: Im Austausch mit anderen Kids oder Eltern oder in der Einzelberatung durch Profis per Chat oder E-Mail.

Für Kinder und Jugendliche von 14 bis 21 Jahren

Sorgen, Streit oder Probleme? Auf bke-Beratung.de kannst du

  • im Forum diskutieren,
  • in der Gruppe mit Gleichaltrigen chatten oder
  • dir bei Fachkräften Rat und Unterstützung holen: im Einzel-Chat oder per E-Mail.

Das Angebot ist kostenlos, sicher und anonym: Du musst deinen Namen nicht nennen.

Zur bke-Jugendberatung

Für Eltern

Stress in der Familie oder Sorgen durch die Corona-Pandemie: Auf den Elternseiten von bke-Beratung.de tauschen sich Eltern im Forum und in Gruppen-Chats aus und unterstützen einander mit Tipps und guten Adressen. Wenn Sie Profi-Unterstützung suchen, können Sie unter vier Augen mit Fachkräften mailen oder chatten.

Zur bke-Elternberatung

Corona: Krisenberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern

Die Corona-Krise belastet die Seele. Die AETAS Kinderstiftung berät Kinder, Jugendliche und Eltern, die unter der aktuellen Lage leiden. Neben der Telefonberatung unter 089 997409020 gibt es auch eine Beratung per E-Mail.

E-Mail an die AETAS-Krisenberatung schicken

Mehr Infos über das Beratungsangebot

Mehr erfahren

Unterstützungsangebote für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche: Hilfe bei Gewalt

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