Porträtfotos: Maria Furtwängler und Karin Heisecke.

Geschlechtsspezifische Gewalt im TV

Anzüglichkeiten, Übergriffe, Vergewaltigung: TV-Sender zeigen häufig geschlechtsspezifische Gewalt – und zementieren Klischees in unseren Köpfen, sagt Karin Heisecke, Leiterin der MaLisa Stiftung. Die von Maria und Elisabeth Furtwängler gegründete Stiftung engagiert sich für einen bewussten Umgang mit Gewaltdarstellungen und Geschlechterrollen im deutschen TV. Eine im Jahr 2021 veröffentlichte Studie gibt neue Anstöße für Medienschaffende.

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Über ...

Die MaLisa Stiftung

Die MaLisa Stiftung engagiert sich international gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. In Deutschland setzt sie sich außerdem für Vielfalt und gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung ein. Sie initiiert Studien zu Geschlechterdarstellungen und Diversität (= Vielfalt) in den Medien, identifiziert Lösungsansätze und arbeitet gemeinsam mit der Branche an deren Umsetzung. Gegründet wurde die MaLisa Stiftung 2016 von der Schauspielerin Maria Furtwängler und der Rapperin Elisabeth Furtwängler alias KERFOR.

Maria Furtwängler, Stifterin

Porträtfoto: Maria Furtwängler.

Maria Furtwängler ist Stifterin und Vorstandsmitglied der MaLisa Stiftung. Die promovierte Ärztin arbeitet als Schauspielerin, unter anderem in einer Rolle als „Tatort“-Kommissarin, und Produzentin.

Karin Heisecke, Stiftungsleiterin

Porträtfoto: Karin Heisecke.

Karin Heisecke leitet die MaLisa Stiftung. Die Sozialwissenschaftlerin ist Expertin für Geschlechterfragen und internationale Politik. Für den Europarat verfasste sie die Handreichung Raising awareness of violence against women und berät Regierungen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Was ist geschlechtsspezifische Gewalt?

Gewalt, die eine Person erfährt, WEIL sie zum Beispiel eine Frau ist

Karin Heisecke: „Geschlechtsspezifisch nennt man Gewalt, die Menschen erfahren, weil sie einem bestimmten Geschlecht zugehören. Also Gewalt, die Menschen erfahren, weil sie zum Beispiel Frauen sind. Oder transgender Menschen. Oder Männer. Ein Beispiel ist Gewalt in der Partnerschaft. In Deutschland ist jede vierte Frau davon betroffen. Die Gewalt kommt aus dem patriarchalen Denken heraus, dass die Frau das Eigentum des Mannes ist.“ (Kurz erklärt: Patriarchalisch ist eine Beziehung oder eine Gesellschaft, in der Väter/Männer die Regeln vorgeben und das Sagen haben.)

Spannend & wichtig: die TV-Studie

„Geschlechtsspezifische Gewalt im deutschen TV“

Eckdaten der TV-Studie
  • Die Studie „Geschlechtsspezifische Gewalt im deutschen TV“ entstand in Zusammenarbeit der Hochschule Wismar und der Universität Rostock. Gefördert wurde sie von der MaLisa Stiftung und der UFA GmbH. Die Autorinnen, Professorin Dr. Christine Linke und Ruth Kasdorf M.A., untersuchten in einem repräsentativen Zeitraum von zwei künstlichen Wochen im Jahr 2020. („Künstlich“ bedeutet: Innerhalb von einem längeren Zeitraum wurden Wochentage zufällig gezogen. Dabei musste jeder Wochentag mindestens einmal vorkommen.)
  • 545 Sendungen im Programm von acht Hauptsendern in Deutschland (öffentlich-rechtlich und privat; kein Pay-TV).
  • fiktionale, informative und unterhaltsame TV-Formate, zum Beispiel Krimiserien, Spielfilme, Daily Soaps, Nachrichten, Magazine, Dokus, Talkshows und Sportsendungen.
  • die zuschauerstärkste Sendezeit zwischen 18 und 22 Uhr (Pre-Primetime und Primetime). Sendungen, die zum Beispiel wegen harter Gewaltszenen erst ab 16 Jahren freigegeben sind, dürfen nicht vor 22 Uhr gezeigt werden. Untersucht wurden also nur Sendungen, die als kinder- und/oder jugendgerecht gelten.

Ein Forschungsteam der Hochschule Wismar sah sich einen repräsentativen Durchschnitt der deutschen TV-Programme an. Zur besten Sendezeit und querbeet, von Daily Soap bis Sport. Sie zählten unter anderem die Zahl der

  • sichtbaren Gewalthandlungen (z. B. Schläge, Tritte, Vergewaltigung, Tötung),
  • sichtbaren Folgen von Gewalt (z. B. körperliche Verletzungen),
  • Schilderungen von Gewalt oder auch
  • abwertenden Witze, Klischees und Vorurteile.

Ergebnisse der Studie

Auf einen Blick: Gewalt ist ein Top-Thema. Doch sie wird kaum angemessen dargestellt.

Nur selten konnten die Forschenden einen feinfühligen Umgang mit dem vielschichtigen Thema der geschlechtsspezifischen Gewalt erkennen. Sie stellten fest:

  • In allen TV-Formaten wird geschlechtsspezifische Gewalt dargestellt.
  • Häufig wird massive Gewalt vor allem gegen Frauen und Kinder gezeigt oder geschildert.
  • Nur selten wird die Geschichte aus der Perspektive der Betroffenen und Opfer erzählt.
Foto: Auf einem Bildschirm ist eine Hand zu sehen, die hilflos nach oben greift. Text: 34 Prozent.

In jeder dritten untersuchten Sendung fand das Forschungsteam geschlechtsspezifische Gewalt. Insgesamt wurden 290 Gewalthandlungen gezeigt. Sie umfassten 390 verschiedene Tatbestände, darunter Mobbing und Stalking, sexualisierte Gewalt sowie Körperverletzung bis hin zur Tötung.

Was macht TV-Gewalt mit uns, Karin Heisecke?

Wie reagieren Zuschauende? Beispiel: Gewalt gegen Frauen

Karin Heisecke nennt als Beispiel das Forschungsprojekt „Fernsehgewalt im gesellschaftlichen Kontext“ der Kommunikationswissenschaftlerin Jutta Röser (hier finden Sie einen Beitrag von Jutta Röser über Medienbilder und Macht): „Eine Gruppe von Männern und Frauen sahen eine klassische Krimiszene: Eine Frau wird im Wald von einem Mann verfolgt und ermordet. Bei vielen Zuschauerinnen löste dies Angst aus. Sie haben sich mit dem Opfer identifiziert und fürchteten: `Das könnte mir auch passieren.´ Die männlichen Zuschauer hingegen hatten eher eine unempathische Haltung, konnten keinen Zugang zu dem Geschehen finden oder blickten sogar geringschätzig auf die schwach inszenierte Frau: `So blöd kann nur eine Frau reagieren.´ In einer anderen Szene wurde eine Frau angegriffen und wehrte den Täter erfolgreich ab. Diese Szene nahmen die Frauen sehr positiv auf. Nicht, weil die Frau selbst Gewalt ausgeübt hat, sondern weil sie sich aus der Gewalt befreit und ihre Selbstbestimmung behalten hat. Die Männer konnten mit dieser Szene nichts anfangen, waren eher irritiert, konnten sie nicht einordnen!“ (Röser, Jutta (2000), Fernsehgewalt im gesellschaftlichen Kontext, Wiesbaden)

„Was über Medien transportiert wird, prägt uns.“

Die Ergebnisse der Studie müssen uns alarmieren, sagt Karin Heisecke: „Was über die Medien transportiert wird, prägt uns. Verzerrte Bilder und Mythen haben sich auch in den Köpfen von Menschen in der Polizei und in der Justiz festgesetzt: Bei der Richterin, die das Urteil spricht, genauso wie beim Anwalt der Verteidigung und sogar der Opferanwältin. Zum Beispiel, dass eine Frau, die etwas getrunken hat, selbst schuld sein könnte an ihrer Vergewaltigung.“ Und die Leiterin der MaLisa Stiftung warnt: „Wenn wir die verzerrte Darstellung von geschlechtsspezifischer Gewalt in den Medien unhinterfragt akzeptieren, steht das der Beendigung dieser Gewalt im Weg.“  

Sozialwissenschaftlerin Karin Heisecke über die Wirkung von Gewalt im TV:

Gewaltdarstellung im TV verändern – aber wie?

„Man sollte Gewaltdarstellungen nicht verbieten“, meint Karin Heisecke, „aber Bewusstsein für ihre Wirkung entwickeln – und sie wenn, dann bewusst einsetzen.“ Karin Heisecke setzt mit der MaLisa Stiftung auf Zusammenarbeit: zum Beispiel mit Produktionsfirmen und Filmhochschulen. „Medienschaffende sind offen für das Thema“, freut sich die Stiftungsleiterin. Wie kann sich die Gewaltdarstellung im TV verändern? Karin Heisecke gibt Tipps:

Geschlechtsspezifische Gewalt sollte bereits in der Ausbildung an Filmhochschulen thematisiert werden – und natürlich auch bei der professionellen Umsetzung, fordert Karin Heisecke. Es sei wichtig, Filmschaffende gut über Gewalt zu informieren. Dabei könnten Fachleute aus Praxis und Forschung helfen. Karin Heisecke nennt ein Beispiel: „Wenn eine Krankenhausserie gedreht wird, machen sich die Beteiligten vor Ort mit dem Thema vertraut, sprechen mit Ärztinnen und Pflegekräften. Genauso könnte zum Beispiel beim Thema häusliche Gewalt eine Beraterin aus einem Frauenhaus, oder bei dem Thema Vergewaltigung eine Beraterin einer Fachstelle für sexualisierte Gewalt einbezogen werden bei der Erarbeitung des Drehbuchs und auch am Set.“

„Kann ich eine genauso spannende Geschichte ohne klischeehafte Darstellung von Gewalt erzählen?“ Ja, sagt Karin Heisecke. Oder sogar komplett ohne Darstellung von Gewalt. Sie rät Medienschaffenden, sich zum Beispiel bei der Entwicklung eines Drehbuchs zu hinterfragen, zum Beispiel wie es die UFA in ihrem Diversity-Leitfaden vorschlägt (Kurz erklärt: Diversity = Vielfalt. Der Begriff steht für die Wertschätzung aller Menschen, unabhängig zum Beispiel von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung):

  • Wozu dienen Szenen, in denen meine Figuren herabgewürdigt werden?
  • Wozu dienen Szenen, in denen Menschen wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden?
  • Welche Perspektive bediene ich in diesen Szenen? (= Zeige ich die Szenen aus Sicht des gewaltbetroffenen Menschen, des Täters oder der Täterin, einer beobachtenden Person?)
  • Sind die Szenen mit sexuellen Inhalten notwendig? Welche Perspektive bediene ich in diesen Szenen?
  • Haben wir Fachleute und Betroffene zur Beratung hinzugezogen?

Ein Film könne auch dann enorm spannend erzählt werden, wenn die Geschichte davon handelt, wie sich ein Mensch aus der Gewalt befreit, betont Karin Heisecke. Dafür gebe es sehenswerte Beispiele. Zum Beispiel die Serie „Maid“ auf Netflix. Sie erzählt die wahre Geschichte einer jungen Frau und Mutter, die vor ihrem gewalttätigen Partner flieht – ganz aus der Perspektive der jungen Frau. Oder eine Episode der Serie „Lena Lorenz“, in der die Hauptfigur, die Hebamme ist, eine schwangere Frau beim Ausbruch aus einer Gewaltbeziehung unterstützt. „Bisher wird das nur selten gezeigt“, sagt Karin Heisecke: „Dass gewaltbetroffene Frauen Hilfe bekommen. Dabei gibt es in Deutschland viele Stellen, wo gewaltbetroffene Frauen kompetente Unterstützung bekommen können, wie Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser.“

  • Trigger-Warnungen
    Ein Beispiel: In einem TV-Film geht es um häusliche Gewalt. Bei Menschen, die selbst Gewalt erfahren haben, kann die Darstellung oder Schilderung von Gewalt zu einer Retraumatisierung führen: Die eigenen schmerzvollen Erlebnisse drängen wieder an die Oberfläche und belasten die Betroffenen schwer.
    Trigger-Warnungen weisen deshalb zu Beginn des Films darauf hin, dass Gewalt dargestellt oder beschrieben wird.
  • Hinweis auf Hilfe-Angebote
    Ein Beispiel: In einem Krimi geht es um sexualisierte Gewalt. Noch während die Gewaltszene läuft, wird ein Hinweis auf eine Beratungs-Hotline für betroffene Menschen eingeblendet. Am Ende des Films werden weitere Beratungs- und Hilfeangebote vorgestellt. Außerdem wird auf die Website des Senders verwiesen: Dort findet man weitere Infos und Linktipps.
    Mit dem Hinweis auf Hilfe-Angebote können TV-Produktionen ganz konkret betroffene Menschen unterstützen.
Sie haben Gewalt erlebt? Sie wollen eine Gewaltbeziehung verlassen?

Unser Hilfe-Finder lotst Sie zu Anlaufstellen, die gewaltbetroffene Frauen auffangen, unterstützen und begleiten. Tipp: Geben Sie einen Ort ein, um die Zahl der Suchergebnisse zu begrenzen. Gewalt gegen Frauen: zum Hilfe-Finder

In der Hilfe-Box am Seitenende finden Sie zentrale Anlaufstellen für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche sowie LSBTIQ: direkt zur Hilfe-Box

Frauen, die sich erfolgreich wehren, sehen wir kaum im Fernsehen – und können uns dann gar nicht vorstellen, dass das möglich ist.

Maria Furtwängler, Stifterin und Vorstandsmitglied der MaLisa Stiftung
3 Fragen an Maria Furtwängler
Porträtfoto: Maria Furtwängler.

Maria Furtwängler: „Seit wir vor etwa sechs Jahren unsere Arbeit mit der MaLisa Stiftung begonnen haben, hat sich einiges bewegt. Das Bewusstsein für Diversität ist in der Medienbranche heute bereits deutlich höher. Es gab Veränderungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Fernsehsendern, Filmhochschulen, Filmförderern und Produktionsfirmen. So wurden zum Beispiel konkrete Maßnahmen ergriffen, um Diversität in kreativen Schlüsselfunktionen und auch vor der Kamera zu fördern.

Bei der Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden, gibt es allerdings noch einiges zu tun. Scheinbar ist es nicht so einfach, sich beim Erzählen von bestimmten Klischees zu trennen. Gerade bei einem gesellschaftlich so dringlichen Thema wie Gewalt gegen Frauen ist das aber dringend notwendig, denn die verzerrte, von Stereotypen geprägte Darstellung dieser Gewalt prägt unsere Wahrnehmung. So werden die Medien Teil des Problems, statt Teil der Lösung, wenn es um unser Ziel geht, Gewalt gegen Frauen zu beenden.“

Maria Furtwängler: „Unsere Studie hat gezeigt, dass die Perspektive der Betroffenen viel zu kurz kommt: Sie steht nur in einem geringen Anteil der Fernsehsendungen, in denen geschlechtsspezifische Gewalt vorkommt, im Zentrum. Dieser Perspektivwechsel wäre ein wichtiger erster Schritt. Außerdem gibt es keine Vorab-Warnungen über die Inhalte, das birgt ein Risiko der Retraumatisierung für Betroffene, wenn sie unerwartet mit Gewaltdarstellungen konfrontiert werden. Darüber hinaus fehlen Hinweise über Unterstützungsangebote für Betroffene.

Andere Geschichten zu erzählen, das bedeutet auch, andere Vorbilder zu schaffen. Studien zeigen, dass in 80 Prozent der Fälle, in denen Frauen im öffentlichen Raum angegriffen werden und sich wehren, sie die Gewalt erfolgreich abwenden können. Frauen, die sich erfolgreich wehren, sehen wir aber kaum im Fernsehen – und können uns dann gar nicht vorstellen, dass das möglich ist.“

Maria Furtwängler: „Es hat mich sehr bewegt, wie viele gute Partnerschaften wir in unserer Arbeit geschlossen haben und wie stark diese Bündnisse inzwischen sind. Andererseits habe ich auch erfahren müssen, wie schwer es uns Menschen fällt, uns auf Veränderung einzulassen. Als wir die erste Studie veröffentlicht haben, war ich überzeugt: Die Zahlen sprechen für sich, sie zeigen deutliche Schieflagen und Handlungsbedarfe, jetzt geht es nur noch darum, sich an die Arbeit zu machen und das zügig zu ändern. Aber bis es tatsächlich zu den notwendigen Veränderungen kommt, braucht es beharrliche Überzeugungsarbeit an vielen verschiedenen Stellen.

Ähnlich ist es mit der Beendigung von Gewalt gegen Frauen: Die Daten, die zeigen, wie groß das Ausmaß ist – wie viele Frauen Jahr für Jahr erniedrigt, misshandelt und getötet werden – liegen uns vor. Und trotzdem wird bisher auf allen Ebenen erschreckend wenig getan, um dies zu ändern. Es wäre fatal, zu glauben, dass Themen „erledigt“ sind, nur weil in den letzten Jahren mehr darüber gesprochen wurde. Solange die Missstände noch bestehen, müssen wir weiter darüber sprechen – und vor allem müssen wir handeln. Die Beharrungskräfte, die die alten, patriarchalen Verhaltensmuster aufrechterhalten, sind sehr stark. Es ist an uns allen, sie zu überwinden.“

Die verzerrte, von Stereotypen geprägte Darstellung von Gewalt prägt unsere Wahrnehmung.

Maria Furtwängler, u. a. bekannt durch die Rolle der TV-Kommissarin „Charlotte Lindholm“
Tipps von Karin Heisecke: Schauen Sie mal anders TV!

Wie wird Gewalt in Ihren Lieblingssendungen gezeigt?

Wenn Sie das nächste Mal TV schauen oder streamen: Schauen Sie mal genau hin, allein, zu zweit oder in der Familie. Und reden Sie darüber:

  • Wie viele Frauen und Männer kommen vor? In welchen Rollen?
  • Wird Gewalt dargestellt? In welcher Form?
  • Ist die Sprache gewaltvoll, zum Beispiel herabwürdigend?
  • Gegen wen wird Gewalt ausgeübt?
  • Was erfahren Sie über die Person, die Gewalt erlebt?
  • Wehrt sich die Person? Kann sie die Gewalt abwehren oder sich aus der Gewalt befreien? Wer unterstützt sie dabei?
  • Kommt die gewaltbetroffene Person selbst zu Wort oder wird nur über sie gesprochen?
  • Wird die Gewalt nur als Einzelfall dargestellt oder wird deutlich, dass es Muster von Gewalt gibt, etwa indem Statistiken genannten werden oder auf ähnliche Vorfälle verwiesen wird?
  • Werden Unterstützungsangebote oder Möglichkeiten der Prävention von Gewalt sichtbar?
  • Wie empfinden Sie selbst die Gewaltdarstellung?

Andere Geschichten zu erzählen, das bedeutet auch, andere Vorbilder zu schaffen.

Maria Furtwängler, Schauspielerin und Vorstandsmitglied der MaLiSa Stiftung
Mehr zum Thema: Surftipps für Medienschaffende

Denkanstöße und praktische Tipps zum Medienthema „Gewalt gegen Frauen“

Die Website mediendiversitaet.de ist ein Projekt des Neue deutsche Medienmacher*innen e. V. Sie vermittelt unter anderem Impulse und Empfehlungen zum Umgang mit dem Thema Gewalt.

Lesetipp! Erfahren Sie mehr über Gewalt gegen Frauen auf unserer Themenseite.

Hier finden Sie Hilfe
GESCHLECHTSSPEZIFISCHE GEWALT: BERATUNG & HILFE
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    • 0800 1239900

      Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ (bayernweit). Beratung auch per E-Mail und Chat: maennerhilfetefon.de

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