Foto: Jemand sieht sich die Website „Bayern gegen Gewalt“ auf einem Notebook an.

Über „Bayern gegen Gewalt“

Gewalt loswerden und gewaltlos werden: Darum geht es bei unserem Konzept für Gewaltschutz und Gewaltprävention. Diese Website ist die Kommunikations-Plattform des Konzepts „Bayern gegen Gewalt“. Sie soll zunächst Menschen während der Corona-Pandemie unterstützen; im Mittelpunkt steht die Vermeidung von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Nach und nach werden wir dann die Website zum umfassenden Portal ausbauen: für Fachleute und Fachkräfte, interessierte Bürgerinnen und Bürger und vor allem für Menschen, die von Gewalt betroffen sind und Beratung und Hilfe suchen. Erfahren Sie hier mehr über „Bayern gegen Gewalt“!

Das Konzept „Bayern gegen Gewalt“

Bayern gehört zu den Bundesländern, in denen Menschen am sichersten leben können. Trotzdem begegnet uns Gewalt immer wieder: in den Medien, im beruflichen und im privaten Umfeld. Gewalt hat viele Gesichter. Es gibt sichtbare und „unsichtbare“, handgreifliche und verbale, und zum Beispiel auch digitale und ökonomische Gewalt.

Wir müssen auch und gerade dort hinschauen, wo Gewalt weniger sichtbar ist oder neue Formen von Gewalt entstehen. Und zwar möglichst vorbeugend, bevor Gewalt überhaupt entsteht. Genauso wichtig wie diese Gewaltprävention sind auch der Schutz und die Hilfe für Opfer von Gewalt.

Unser Gewaltbegriff ist breit gefasst. Er rückt die unmittelbare Erfahrung des Opfers in den Mittelpunkt.

Aus diesem Anspruch ist das Konzept „Bayern gegen Gewalt“ entstanden:

  • Das Konzept definiert Ziele und Maßnahmen zum Gewaltschutz und der umfassenden Gewaltprävention, von der Aufklärung und Sensibilisierung über zielgruppenspezifische Beratungs- und Hilfeangebote bis zur Hilfe für Betroffene und der Arbeit mit Täterinnen und Tätern, um weitere Gewalttaten zu verhindern. Dafür werden wir vorhandene, bewährte Strukturen noch stärker vernetzen und bedarfsgerecht ergänzen.
  • Alle Maßnahmen gründen im Zusammenspiel aus soliden wissenschaftlichen Bedarfserhebungen sowie Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis.
  • Umgesetzt werden sie in einem 3-Stufen-Plan.
  • Im Doppelhaushalt 2019/20 haben wir dafür 24 Millionen Euro an zusätzlichen Haushaltsmitteln bereitgestellt.

Gewaltschutz und Gewaltprävention: der 3-Stufen-Plan

Das Konzept „Bayern gegen Gewalt“ wird stufenweise umgesetzt. Stufe 1 und Stufe 2 des Plans widmen sich ausschließlich dem Hilfesystem für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffenen Frauen, Mädchen und Jungen. Stufe 1 wurde 2018 abgeschlossen; Stufe 2 läuft seit 2019. Stufe 3 befasst sich, ebenfalls seit 2019, mit langfristigen und breit angelegten Maßnahmen zusätzlich für weitere Personengruppen und Gewaltformen.

Grafische Darstellung des 3-Stufen-Plans. Die Stufen 1 und 2 bilden gemeinsam einen roten Pfeil, Stufe 3 ist ein blauer Pfeil.

Bereits seit 2018 laufen erste Maßnahmen unter dem Dach von „Bayern gegen Gewalt“. Das Konzept soll kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Stufen 1 und 2 verbessern das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder

Im Bereich häuslicher und sexualisierter Gewalt sind Frauen die bei Weitem am stärksten betroffene Gruppe. Deshalb bilden die Stufen 1 und 2 die Basis des 3-Stufen-Plans. Es geht darum, betroffenen Frauen in oft lebens- und existenzbedrohenden Situationen zu helfen. Das Ziel: zu unterstützen und Hilfen anzubieten, die es den Frauen ermöglichen, die erlebte Gewalt zu verarbeiten und eine neue Lebensperspektive zu entwickeln. Die Grundlage lieferte eine durch eine Arbeitsgruppe sorgfältig ausgewertete Studie, die den Bedarf im Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Bayern ermittelt hat.

Dynamisch, fachübergreifend und praxisgerecht

Die Stufen 2 und 3 des Plans werden stetig überprüft und nach Möglichkeit – ergänzend zu bestehenden Strukturen und Angeboten – weiterentwickelt. Dabei arbeiten Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und der Wissenschaft zusammen. Maßgeblich sind die konkreten Bedarfe der Praxis. Zudem soll eine milieuspezifische Studie einen möglichst zielgruppengenauen Handlungsbedarf ermitteln.

Stufe 3 ergänzt Angebote für weitere Personengruppen und zu weiteren Gewaltformen

Breit angelegte Maßnahmen sollen bestehende Beratungs- und Hilfeangebote verbessern. Aktuelle und künftige Themen sind zum Beispiel

  • Jungen und Männer, die häusliche und/oder sexualisierte Gewalt erleiden oder erlitten haben,
  • Mädchen und Frauen, die von Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht sind,
  • psychische Gewalt,
  • Gewalt im digitalen Raum.

Die Website bayern-gegen-gewalt.de dokumentiert künftig die laufende Weiterentwicklung des Konzepts, stellt aktuelle Maßnahmen vor, berichtet über Projekte und liefert Fachleuten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern vertiefende Infos, zum Beispiel zu den Formen von Gewalt. Gewaltbetroffene Menschen finden im Online-Portal eine zentrale Anlaufstelle. Direktlinks und eine Filtersuche führen sie direkt zu geeigneten Beratungs- und Hilfeangeboten.

Aktuell: Corona-Pandemie und häusliche Gewalt

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie haben wir auf Stufe 3 zusätzliche Unterstützungsangebote entwickelt. Dazu zählt auch die aktuelle Kompaktversion der Website. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, in der für viele Menschen belastenden Situation Konflikte, Streit oder – körperliche oder psychische – Gewalt zu vermeiden. Opfer von Gewalt finden eine Übersicht über zentrale und lokale Beratungs- und Hilfeangebote. Antworten auf allgemeine und konkrete Fragen rund um die Corona-Pandemie und häusliche Gewalt bieten die FAQs.

Die Ausbreitung des Corona-Virus wirkt sich auch auf das Hilfesystem aus. Deshalb wird die Website fortlaufend überprüft, aktualisiert und weiterentwickelt.

Download: Broschüre „Bayern gegen Gewalt“ (PDF)

Hintergrundinfos zu geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen, anschauliche Beispiele, Zahlen, Daten und ein Tabellenteil: Erfahren Sie mehr über das Konzept „Bayern gegen Gewalt“ und die Umsetzung im 3-Stufen-Plan! Hier können Sie die Broschüre mit vertiefenden Informationen herunterladen.